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Derzeit beträgt der EM-Rente im Durchschnitt 731 Euro pro Monat.
Derzeit beträgt der EM-Rente im Durchschnitt 731 Euro pro Monat.(Foto: imago/Kickner)

Wenn nichts mehr geht: So viel Erwerbsminderungsrente gibt es

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, ist arm dran. Mitunter auch finanziell. Für gesetzlich Versicherten gibt es dann zumindest Erwerbsminderungsrente. Finanztest zeigt, worauf Betroffene achten müssen.

Wer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse Beiträge eingezahlt hat und zu krank zum Arbeiten ist, hat Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) von der Deutschen Rentenversicherung. 

Derzeit beziehen etwa 1,8 Millionen Menschen hierzulande eine EM-Rente. Der häufigste Grund für einen Bezug sind dabei psychische Erkrankungen, gefolgt von Rücken- und Krebserkrankungen. Grundsätzlich bekommen Versicherte, die weniger als drei Stunden pro Tag wegen ihres Leidens arbeiten können, die volle Rente. Wer drei bis sechs Stunden tätig sein kann, hat hingegen nur Anspruch auf die halbe Rente. Wer aber zudem arbeitslos ist, bekommt auch bei drei- bis sechstündiger Arbeitsfähigkeit die volle Zuwendung, wie "Finanztest" berichtet.

Grundsätzlich wird bei der Berechnung der EM-Rente derzeit so getan, als ob der Versicherte bis zu seinem 62. Lebensjahr gearbeitet und auch Rentenbeiträge gezahlt hätte. Diese fiktive Berücksichtigung nennt sich Zurechnungszeit. Für alle, die ab Januar 2018 die Rente beantragen, erhöht sich diese auf 62 Jahre und drei Monate. Die Zurechnungszeit wird bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre angehoben.

Doch egal, ob das 62. oder 65. Lebensjahr bei der Rentenberechnung angesetzt wird, an den hinzunehmenden Rentenabschlägen ändert sich nichts. Für jeden Monat, den die Erwerbsminderungsrente vorzeitig vor Erreichen des eigentlichen Rentenalters beginnt, werden 0,3 Prozent abgezogen. Maximal ist die Minderung allerdings auf 10,8 Prozent begrenzt.  

Freiwillige Beiträge erhöhen die Altersrente 

Als Trost führt die Rentenversicherung seit 2014 aber zumindest eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Hier wird geprüft, ob sich die letzten vier Jahre vor der Erwerbsminderung negativ auf die Rentenhöhe auswirken. Ist dem so, fallen sie bei der Berechnung der Rente heraus. Dies ergibt insofern Sinn, als dass viele Menschen bereits in den Jahren vor Rentenbeginn nur noch eingeschränkt arbeiten können und deshalb oft Krankengeld beziehen oder aber nur in Teilzeit tätig sind - was wiederum Auswirkungen auf die Beitragszahlung und damit die Rentenhöhe hat.  

Derzeit beträgt der EM-Rente im Durchschnitt 731 Euro pro Monat. Versicherte, die erst ab 2015 in Rente gegangen sind, bekommen hingegen nur 672 Euro monatlich. 15 Prozent aller EM-Rentenbezieher sind denn auch auf Grundsicherung angewiesen. Wer über genug Rücklagen verfügt, ist als Frührentner berechtigt, bis zum Erreichen der jeweiligen Altersgrenze freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen. Dadurch besteht die Möglichkeit, die spätere Altersrente zu erhöhen. Derzeit kann so monatlich ein Betrag zwischen 85,15 und 1187,15 Euro eingezahlt werden.         

Doch bis die Rentenversicherung zahlt, ist es meist ein weiter Weg. So wurden im Jahr 2015 41 Prozent der Anträge zunächst abgelehnt. Dabei lag das Durchschnittsalter der Antragsteller bei 52 Jahren. Verweigert die Rentenversicherung die Zahlung, bleibt dem Versicherten zunächst ein Widerspruch gegen die Ablehnung. Hat dieser keinen Erfolg, bleibt nur der Klageweg. Hier werden von den Gerichten unabhängige Gutachter herangezogen, deren Einschätzung der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Versicherten maßgeblich für die Eintscheidung des Gerichtes ist.  

Quelle: n-tv.de

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