Ratgeber

LebensversicherungSo viel Zins gibt's 2010

22.12.2009, 07:30 Uhr
imageIsabell Noé

2,25 Prozent Garantiezins - so viel ist bei Lebensversicherungen sicher. Hinzu kommt die Überschussbeteiligung. Wie hoch die ausfällt, hängt davon abhängt, wie erfolgreich die Gesellschaft wirtschaftet. Jetzt legen die Versicherer die Zahlen für 2010 offen.

2,25 Prozent Garantiezins gibt es für Lebensversicherungsverträge, die seit 2007 abgeschlossen wurden. Im Vergleich zu Festgeld oder Sparplänen erscheint das derzeit gar nicht mal so schlecht. Was Versicherungssparer dabei allerdings oft übersehen: Verzinst wird bei weitem nicht alles, was eingezahlt wurde. Von der Prämie werden zunächst Risiko- und Verwaltungskosten abgezogen, Zinsen gibt es nur für den Sparanteil, der meist irgendwo zwischen 60 und 80 Prozent der Gesamtsumme liegt. Bliebe es allein beim Garantiezins, wären die Renditen also ziemlich überschaubar. Etwas besser sieht die Lebensversicherung aus, wenn man die Überschussbeteiligung hinzurechnet.

Diese umfasst zum einen Anlagegewinne der Versicherung am Kapitalmarkt, zum anderen Überschüsse aus der Kostenkalkulation. Die Berechnung der Überschussbeteiligung ist eine komplizierte Angelegenheit, für die Versicherer mehrere Monate brauchen. Jetzt haben 45 Lebensversicherer ihre Zahlen für 2010 bekannt gegeben. Beim Brancheninformationsdienst "Versicherungsjournal" kann man nachlesen, wie die Überschussbeteiligungen im kommenden Jahr ausfallen werden.

Besser als erwartet

Die Niedrigzinsphase ließ wenig Gutes befürchten, ganz so schlimm ist es nun aber doch nicht gekommen. Gut zwei Drittel der Gesellschaften hält die Überschüsse konstant, die Familienfürsorge Lebensversicherung AG legt sogar 0,1 Prozentpunkte drauf und gewährt nun 4,25 Prozent. Am besten kommen Versicherte bei der Europa und der CiV Lebensversicherung weg, beide Gesellschaften verzinsen den Sparanteil auch 2010 mit 4,8 Prozent. Der Volkswohl Bund zahlt konstant 4,7 Prozent.

Deutlich kleinere Brötchen backt man dagegen bei Delta Lloyd. Die deutsche Tochter der niederländischen Delta Lloyd Groep muss ihre Überschussbeteiligung deutlich senken und zahlt 2010 nur noch magere 3,25 Prozent, also gerade mal ein Prozent mehr als gesetzlich vorgeschrieben. 2009 konnten Delta-Versicherte noch 4 Prozent Zinsen verbuchen. Deutliche Einbußen von mindestens einem halben Prozentpunkt müssen auch die Kunden von Hamburger, Gothaer und Asstel hinnehmen. Branchenriese Allianz senkt die Beteiligung von 4,5 auf 4,3 Prozent und liegt damit knapp über dem Durchschnitt von 4,22 Prozent.

Vorsicht: Eine hohe Überschussbeteiligung ist schön, aber nicht allein renditeentscheidend. Wichtig ist die Kostenstruktur der Versicherung. Denn Zinsen gibt es ja, wie oben beschrieben, nur für den Sparanteil.