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Wohin mit dem Letzten Willen? : So wird das Testament richtig verwahrt

Auch wenn der Gedanke an das eigene Ableben wenig erfreulich ist, ist es sinnvoll, den Nachlass zu regeln. Das hilft, Streit unter den Hinterbliebenen vorzubeugen. Ist das Testament verfasst, stellt sich noch die Frage, wo dieses gut aufgehoben ist.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Ein gültiges Testament zu erstellen, birgt viele Fallstricke. Wer es selbst aufsetzen möchte, sollte unbedingt darauf achten, es komplett handschriftlich zu verfassen und auch Unterschrift, Ort und Datum nicht zu vergessen. Diese Form soll im Falle von späteren Streitigkeiten die Echtheit des Dokumentes belegen. 

Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Testament komplett - nach den Wünschen des Erblassers - von einem Notar erstellen zu lassen oder das selbst erstellte Dokument zumindest von einem Notar beurkunden zu lassen. Dadurch wird das Schriftstück dem Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer gemeldet. Im Falle des Ablebens des Testamentserstellers erhält das für die Erbschaft zuständige Nachlassgericht vom Register alle relevanten Daten.

Darüber hinaus ist es auch möglich, ein privatschriftlich erstelltes Testament einem Amtsgericht zur Verwahrung zu geben. Im Sterbefall ergeht eine Meldung vom Standesamt an das Amtsgericht. Diese Hinterlegung ist gebührenpflichtig. Für ein zu vererbendes Vermögen von 150.000 Euro werden etwa 70 Euro Gerichtsgebühren erhoben - Geld, das im Ernstfall sicherstellt, dass der Letzte Wille auch gefunden wird.

Niemand ist dazu verpflichtet, sein Testament zu hinterlegen. Das Dokument kann also auch zu Hause aufbewahrt werden. Dann ist allerdings keine Registrierung möglich. Auch sollte überlegt werden, Angehörige oder die Erben über den Ort der Aufbewahrung zu informieren - damit das Testament auch gefunden wird und dem Nachlassgericht beim Amtsgericht vorgelegt werden kann. Darüber hinaus ist es möglich, einer Vertrauensperson den Letzten Willen zur Aufbewahrung zu hinterlassen. Diese muss beim Ableben des Erblassers das Testament dann umgehend dem Gericht übergeben.

Wer mit dem Gedanken spielt, sein Testament in einem Bankschließfach zu deponieren, sollte unbedingt daran denken, den vorab informierten Erben oder einer Vertrauensperson im Sterbefall auch Zugriff auf das Schließfach zu gewähren - in Form einer sogenannten Vollmacht auf den Todesfall. Denn im Normalfall verlangt die Bank hierfür einen Erbschein. Diesen erhalten Erben aber nur mit einem gültigen Testament.         

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Quelle: n-tv.de

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