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Vielleicht sah es in der Wohnung ähnlich aus wie auf diesem Bild.
Vielleicht sah es in der Wohnung ähnlich aus wie auf diesem Bild.(Foto: imago stock&people)
Freitag, 10. März 2017

Wenn es dem Vermieter reicht: Sorgen Müll und Gerümpel für Rauswurf?

Das Leben ist voller Pflichten. Erfüllen Mieter die ihren, können sie nicht einfach aus ihrer Wohnung geworfen werden. Klar, die Miete muss gezahlt werden, aber gibt es auch eine Pflicht zu Ordnung und Sauberkeit?

Wer fremdes Eigentum bewohnt, hat sich an Regeln zu halten und Pflichten zu erfüllen. So ist es zum Beispiel am Mieter, die Miete pünktlich und im Voraus zu zahlen, Schäden umgehend zu melden, regelmäßig zu lüften und zu heizen und auch ansonsten dafür zu sorgen, dass das fremde Eigentum auch als solches behandelt wird. Nämlich sorgsam.

Inwieweit ein Mieter vor allem gegen Letzteres verstößt, hatte das Landgericht (LG) Nürnberg zu entscheiden (Az.: 7 S 7084/16). In dem Fall bewohnte ein Mieter seit 30 Jahren die Wohnung der späteren Klägerin. Seit 2014 wurde dem Mieter wegen unterschiedlicher Gründe mehrfach die Wohnung gekündigt. Einer der Vorwürfe bezog sich auf den Zustand der Wohnung. Denn diese sei stark verschmutzt und derart mit Gegenständen vollgestellt, dass unter anderem ein Raum gar nicht betreten werden konnte. Und auch das Badezimmer war als solches nicht benutzbar. Hinzu kam, dass der Mann die Räume nur unzureichend beheizte.

Im erstinstanzlichen Verfahren hatte das zuständige Amtsgericht der Klage des Vermieters entsprochen und den Mieter zum Auszug verdonnert. Wogegen sich dieser vor dem LG wehrte. Aber auch hier waren seine Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt. Denn auch das LG war der Ansicht, dass der Mieter dadurch, dass er die Wohnung mit Müll und Gegenständen überfrachtete und lediglich mit einem in der Küche befindlichen Radiator beheizte, seine mietvertraglichen Pflichten verletzt hatte. Infolgedessen war die Gefahr eines Schadens an der Mietwohnung signifikant erhöht.

Und das Gericht setzte noch einen drauf. Demnach ist der Vermieter in solch einem Fall sogar dazu berechtigt, die Wohnung außerordentlich zu kündigen. Auch deshalb, da der Bewohner zuvor mehrfach wegen deren Zustand abgemahnt wurde. Denn dann ist es dem Eigentümer nicht zuzumuten, bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin zu warten.    

Quelle: n-tv.de

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