Ratgeber

Teil 1: Soziales

Sozialversicherungen, Finanzen oder Telekommunikation - auch im neuen Jahr gibt es in vielen Bereichen neue Regeln und Sätze. Im ersten Teil unserer Serie kümmern wir uns um die Änderungen im Bereich "Soziales". 

Die Rentenversicherung wird für viele etwas günstiger.
Die Rentenversicherung wird für viele etwas günstiger.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Sozialversicherung wird an manchen Stellen teurer, an anderen billiger. Hartz IV-Empfänger bekommen ein bisschen mehr Geld. Frischgebackene Eltern hingegen weniger. Dafür können sie ab dem nächsten Sommer auf einen Betreuungsplatz für den Nachwuchs pochen.

Krankenkasse

Für Besserverdiener wird die gesetzliche Krankenkasse etwas teurer. Das liegt an der Beitragsbemessungsgrenze. Bislang bleibt Einkommen über 3825 Euro von den Krankenversicherungsbeiträgen verschont. Im nächsten Jahr steigt das Limit auf 3937,50 Euro. Bei einem Beitragssatz von 8,2 Prozent, den die Arbeitnehmer tragen müssen, bedeutet das eine maximale Mehrbelastung von gut 9 Euro.

Wer einen Wechsel zur Privaten Krankenversicherung erwägt, muss dafür ab nächstem Jahr mindestens 52.200 Euro verdienen. Im Moment liegt die Versicherungspflichtgrenze noch bei 50.850 Euro.

Rentenversicherung

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Gute Nachrichten gibt es von der gesetzlichen Rentenversicherung: Hier sinkt der Beitragssatz um 0,7 Prozentpunkte auf nunmehr 18 ,9 Prozent. Bei 2000 Euro Bruttoeinkommen bleiben am Ende 7 Euro mehr übrig, bei 5000 Euro sind es 17,50 Euro.

Versicherungspflichtige mit hohen Einkommen werden von der Beitragssenkung allerdings wenig haben. Denn auch in der Rentenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze: in Westdeutschland von 5600 auf 5800 Euro, in Ostdeutschland von 4800 auf 4900 Euro.

Pflegeversicherung

Die Rentenversicherung wird billiger, die Pflegeversicherung teurer: Der Beitragssatz, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, steigt von 1,95 Prozent auf 2,05 Prozent. Für Versicherte, die über 23 Jahre alt sind und keine Kinder haben, wird weiterhin ein Zuschlag von 0,25 Prozent fällig, den sie alleine tragen müssen. Rentner müssen den kompletten Beitrag aus eigener Tasche finanzieren.

Hartz IV und Sozialhilfe

Mehr Geld gibt es für Hartz IV-Empfänger: Zum 1. Januar wird die Grundsicherung im Alter und bei Arbeitslosigkeit um 8 Euro auf 382 Euro erhöht. Dieser Betrag gilt für einen alleinstehenden Erwachsenen, die Sätze für die anderen Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft werden anteilig erhöht. Erstmals nach zwei Jahren steigen auch die Regelbedarfssätze für Kinder wieder. Abhängig vom Alter gibt es drei bis fünf Euro mehr im Monat.

Minijobs

Mit einem Minijob darf man bislang 400 Euro dazuverdienen, 2013 steigt die Grenze auf 450 Euro. Allerdings ist die geringfügige Beschäftigung dann nicht mehr komplett sozialabgabenfrei für die Minijobber: Zahlt bislang nur der Arbeitgeber pauschal 15 Prozent in die Rentenversicherung ein, sollen künftig auch die Arbeitnehmer 3,9 Prozent leisten. Dafür haben sie dann auch Anspruch auf Erwerbsminderungsrente und Riester-Förderung. Bis jetzt konnten Minijobber freiwillig auf den regulären Rentenbeitrag aufstocken, um den vollen Versicherungsschutz zu erhalten. Die Neuregelung gilt nur für neu abgeschlossene Minijob-Verträge.

Betreuungsgeld und Betreuungsplatz

Im nächsten Jahr gibt es für Neugeborene im Schnitt etwas weniger Elterngeld.
Im nächsten Jahr gibt es für Neugeborene im Schnitt etwas weniger Elterngeld.(Foto: picture alliance / dpa)

Ab dem 1. August 2013 gilt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz: Eltern mit Kindern zwischen einem und drei Jahren können dann einen Kita-Platz oder die Betreuung durch eine Tagesmutter verlangen. Angesichts des schleppenden Kita-Ausbaus scheint das derzeit aber noch unrealistisch. Kann die Stadt oder Kommune keine Betreuung gewährleisten, haben die Eltern ein Recht auf Schadenersatz. Der muss allerdings eingeklagt werden.

Zeitgleich zum Anspruch auf einen Betreuungsplatz wird auch das umstrittene Betreuungsgeld eingeführt. Mütter und Väter, die eine staatliche geförderte Betreuung nicht in Anspruch nehmen, sollen 100 Euro pro Kind bekommen - übrigens auch dann, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Später soll die Summe auf 150 Euro aufgestockt werden. Offen ist noch, ob das Betreuungsgeld immer direkt überwiesen wird, oder ob die Eltern auch mit Gutscheinen versorgt werden können.

Elterngeld

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat der Bundestag im Sommer eine Änderung beim Elterngeld beschlossen, die für Kinder, die ab 2013 geboren werden, wirksam wird. Künftig gibt es eine neue Berechnungsgrundlage für das Elterngeld: Bislang wird das tatsächliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate herangezogen, so wie es auf der Lohnabrechnung steht. Ab 2013 wird der Nettoverdienst ermittelt, indem vom Bruttoverdienst einheitlich 21 Prozent für Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Im Schnitt zahlen die meisten Beschäftigten aber etwas weniger für ihre Sozialversicherung. Bei einem Bruttolohn von 2000 bis 3000 Euro fällt das Elterngeld deshalb um sieben bis zehn Euro geringer aus. Auch auf der Lohnsteuer eingetragene Freibeträge werden nicht mehr berücksichtigt.

Für verheiratete Paare ist vor der Geburt oft ein Wechsel der Lohnsteuerklasse sinnvoll, um das Elterngeld zu erhöhen. Künftig darf man sich damit nicht mehr lange Zeit lassen: Bei der Berechnung des Elterngelds zählt nur noch die Steuerklasse, die zwölf Monate vor Geburtsmonat überwiegt. Die Steuerklasse III bringt also nur dann mehr Elterngeld, wenn sie mindestens sieben Monate lang vor der Geburt des Kindes auf der Lohnsteuerkarte steht.

Quelle: n-tv.de

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