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Mittwoch, 23. August 2017

Entlastungstarife im Test : Sparen bei privater Krankenversicherung?

Wer privat krankenversichert ist, muss vor allem im Alter deutlich höhere Beiträge berappen. Nicht jeder kann und will sich das leisten. Eine Beitragsentlastungstarif soll davor schützen. Finanztest erklärt, was die Zusatzpolice taugt.

Privat Krankenversicherte sind gut beraten für das Alter Kapital anzusparen, um dann auch noch ihre Beiträge zahlen zu können. Denn im Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung sinkt der Beitrag nicht mit dem dann niedrigeren Einkommen. Im Gegenteil, viele Versicherte haben schon jetzt mit deutlich gestiegenen Beiträgen zu kämpfen.

Warum dies so ist, ist schnell erzählt: Zum einen haben die Versicherer immer größere Schwierigkeiten, neue Kunden zu gewinnen. Nicht zuletzt deshalb, weil an System und Tragfähigkeit der privaten Krankenversicherung (PKV) zunehmend gezweifelt wird. Zum anderen erwirtschaften die von den Versicherungen gebildeten Rücklagen am Kapitalmarkt aufgrund der Niedrigzinsphase nicht mehr die nötigen Zinseinnahmen - damit das System stabil bleibt, müssen die Beiträge steigen. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben.

Für Versicherte kommt im Falle steigender Belastungen ein Tarifwechsel infrage, um Geld zu sparen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mit einem zusätzlichen Beitragsentlastungstarif für das Rentenalter den Beitrag um eine vereinbarte Summe zu senken. "Finanztest" hat sich 30 Beitrags­entlastungs­tarife angesehen. Der Modellkunde ist beim Abschluss 40 Jahre alt und möchte später eine monatliche Beitragsentlastung von rund 100 Euro. Die Zusatztarife kosten zwischen 27 und 41 Euro pro Monat, wenn die Entlastung mit 67 Jahren beginnen soll, bei einem Entlastungsbeginn mit 65 Jahren kosten sie zwischen 35 und 49 Euro pro Monat. Ein Abschluss ist nur bei dem Versicherer möglich, mit dem auch die eigentliche Krankenversicherung abgeschlossen wurde.  

Der Vorteil der Tarife liegt darin, dass Versicherte damit keine Arbeit haben. Der Versicherer bucht alle monatlichen Beiträge zusammen ab und verrechnet später die Entlastung mit dem dann zu zahlenden Kranken­versicherungs­beitrag.

Doch insgesamt sind die Bedingungen der Tarife oftmals schwer verständlich und an wichtigen Stellen ungenau, beispielsweise dann, wenn es um die Verwendung des Geldes bei vorzeitigem Vertrags­ende geht. Aber vor allem ist die tatsäch­liche Entlastung deutlich geringer, als es zunächst den Anschein hat, denn Versicherte müssen für einen Beitragsentlastungstarif ­­­­­lebenslang weiter zahlen. Und so bleibt bei den meisten Versicheren von den eigentlich anvisierten 100 Euro tatsächlich oft nicht mehr als 60 bis 70 Euro Beitragsentlastung übrig. Finanziell interes­sant ist ein Entlastungs­tarif deshalb nur für Arbeitnehmer, die einen Zuschuss ihres Arbeit­gebers zum Krankenversicherungsbeitrag erhalten.

Quelle: n-tv.de

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