Sparkasse Köln-Bonn
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Donnerstag, 02. Juli 2009
Datenschutzskandal: Sparkasse Köln/Bonn im Visier
Der Sparkasse Köln/Bonn droht ein Datenschutz-Skandal. Die nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte Bettina Sokol will von der Sparkasse eine Erklärung zum angeblich fahrlässigen Umgang mit sensiblen Kundendaten anfordern und womöglich ein Bußgeldverfahren einleiten, wie ihre Sprecherin sagte. In solch einem Verfahren könnte ein Bußgeld von bis zu 250.000 Euro verhängt werden. Auch die Staatsanwaltschaft Köln will die durch Medienberichte bekannt gewordenen Vorwürfe prüfen, wie ein Sprecher der Ermittlungsbehörde sagte.
Der WDR hatte berichtet, dass bei einem Reutlinger Unternehmensberater 25 Festplatten mit hochsensiblen Mitarbeiter- und Kundendaten der Sparkasse sowie Vorstands- und Verwaltungsratsprotokollen lagern. Der Mann gab gegenüber dem Sender an, die Daten ohne Abgabe einer sonst üblichen Vertraulichkeitserklärung und ohne Anonymisierung erhalten zu haben. Die Sprecherin der Datenschutzbeauftragten sagte, es sei sehr ungewöhnlich und überraschend, wenn ohne Weiteres Kundendaten geflossen seien. Spätestens am Montag solle deshalb die Sparkasse eine schriftliche Aufforderung erhalten, sich zu den Vorwürfen zu erklären.
Die Sparkasse teilte mit, rechtliche Schritte gegen den Unternehmensberater eingeleitet zu haben. Es habe keine autorisierte Weitergabe von einzelnen Kundendaten an den Mann gegeben. Er habe lediglich zur Erfüllung seines Auftrags als Unternehmensberater anonymisierte Unternehmensdaten erhalten. Der Vorgang solle nun untersucht werden und daraus gegebenenfalls Konsequenzen gezogen werden.
AFP
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