Freitag, 30. Mai 2008
Neue Preisrunde im Sommer: Strom bis zu 13 Prozent teurer
Der Schock, als die Versorger Gaspreissteigerungen um bis zu 20 Prozent ankündigten, sitzt den Verbrauchern noch in den Knochen. Damit nicht genug. Im Juni und Juli werden auch 39 Stromanbieter laut dem Verbraucherportal "Toptarif" die Preise um durchschnittlich fünf Prozent erhöhen.
Spitzenreiter bei den Zuschlägen im Juni sind die Stadtwerke Passau mit einer Erhöhung von über acht Prozent. Eine vierköpfige Familie mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden entstehen so Mehrkosten von 48 Euro pro Jahr. Ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter als den Stadtwerken würde für die Familie sogar ein Plus von rund 120 Euro pro Jahr im Portemonnaie bescheren.
Die nächste Welle von Verteuerungen folgt im Juli, wo viele Grundversorger an der Preisschraube drehen. Im saarländischen St. Ingbert steigt der Strompreis um über 13 Prozent, was Mehrkosten von bis zu 85 Euro im Jahr bedeutet.
1,3 Mio. Haushalte mit neuem Stromanbieter
Letztlich sind das mutige Aktionen, denn laut Schätzungen der Bundesnetzagentur sind die Zeiten, in denen die Kunden ihrem Versorger lebenslange Treue geschworen haben, vorbei. Rund 1,3 Millionen Haushalte wechselten demnach im vergangenen Jahr ihren Stromlieferanten.
Dass es auch anders geht, zeigen bislang nur wenige Anbieter, die eine Preissenkung innerhalb der kommenden Monate angekündigt haben. Fünf Prozent weniger wollen die Stadtwerke Lüdenscheid und die Rhenag (Rheinische Energie AG) veranschlagen.
Wer angesichts bevorstehender Strompreiserhöhungen seinen Anbieter wechseln möchte, sollte eine Offerte mit einer möglichst langen Preisgarantie wählen bis zu zwei Jahren sind im Markt möglich, üblich ist aber eher ein Jahr. Kommenden Preisrunden kann man dann zumindest vorübergehend gelassen ins Auge sehen. Übrigens: Erhöht der eigene Versorger die Preise, besteht in der Regel ein außerordentliches Kündigungsrecht unabhängig von der vereinbarten Laufzeit des Vertrages.
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