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Regelsatz reicht nicht: Stromkosten schmälern Hartz IV

Hartz-IV-Empfänger müssen ihre Stromrechnung aus eigener Tasche bezahlen. 32 Euro hat der Staat dafür im Regelsatz einkalkuliert. Damit dürften aber nur die wenigsten Betroffenen hinkommen, gerade in der Grundversorgung ist Strom meist deutlich teurer. Ein Anbieterwechsel kommt aber oft nicht infrage.

Hartz IV-Empfänger können sich nicht einfach einen günstigeren Anbieter suchen.
Hartz IV-Empfänger können sich nicht einfach einen günstigeren Anbieter suchen.(Foto: picture alliance / dpa)

382 Euro bekommen alleinstehende Hartz-IV-Empfänger als Regelsatz. Genau 31,94 Euro davon sind für die Stromversorgung vorgesehen. Zu wenig, hat das Vergleichsportal Check24 ermittelt. Die tatsächlichen Stromkosten lägen um fast ein Drittel darüber, so dass die Betroffenen rund zehn Euro an anderer Stelle sparen müssten.

Im Schnitt zahlt ein Ein-Personen-Haushalt demnach knapp 42 Euro für Strom, in Ostdeutschland ist es ein Euro mehr, im Westen etwas weniger. Damit seien die Bewohner ostdeutscher Bundesländer besonders betroffen, heißt es in der Untersuchung. Nicht nur sei Strom hier durchschnittlich etwas teurer, sondern es seien auch deutlich mehr Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen: Während in Westdeutschland 6,2 Prozent der Bevölkerung Arbeitslosengeld II beziehen, sind es in Ostdeutschland 10,5 Prozent.

Am höchsten sind die Stromkosten übrigens in Thüringen, für einen Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden fallen nach Berechnungen von Check24 im Schnitt fast 44 Euro an – zwölf Euro mehr als im Hartz-IV-Regelsatz einkalkuliert. Auch in Rheinland-Pfalz und Brandenburg müssen Verbraucher tief in die Tasche greifen. Den günstigsten Strom beziehen demnach Haushalte in Bremen, ein durchschnittlicher Singlehaushalt bezahlt weniger als 39 Euro.

Kaum Auswege aus der Grundversorgung

Vor zwei Jahren hatte der Vergleichsanbieter zum ersten Mal die tatsächlichen durchschnittlichen Stromkosten ins Verhältnis zum Energie-Regelbedarf gesetzt. Schon damals mussten Hartz-IV-Empfänger gut ein Viertel mehr zahlen als veranschlagt. Seitdem wurde das ALG II zwar um acht Euro erhöht. Allerdings zogen auch die Strompreise deutlich an – in der Grundversorgung seien die Kosten seit Jahresbeginn im Schnitt um rund zwölf Prozent gestiegen, heißt es in der Untersuchung.  

Der Rat, einfach zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln, hilft Hartz-IV-Empfängern wenig. Denn viele Versorger prüfen vor Vertragsschluss die Bonität der potenziellen Kunden und Arbeitslose haben dabei schlechte Karten. Ihnen werden oft nur Tarife mit Vorauskasse angeboten. Diese sind aber aus mehreren Gründen problematisch: Zum einen dürften die wenigsten Leistungsempfänger das Geld haben, den Stromverbrauch von einem Jahr im Voraus zu bezahlen. Zum anderen können Kunden ihr Geld in den Wind schreiben, falls der Anbieter Insolvenz anmelden muss. Und das kann durchaus vorkommen, wie das Beispiel Teldafax gezeigt hat. Risikolos sind allenfalls die Vorauskasse-Tarife der Stadtwerke – hier hält sich die Ersparnis aber in Grenzen.

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Quelle: n-tv.de

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