Ratgeber

Warengutschein macht's möglich: Tanken und Geld sparen

Bei den aktuellen Benzinpreisen wird jeder Stopp an der Tankstelle zum Ärgernis. Doch wenn Sie es richtig anstellen, können Sie zumindest einmal pro Monat halbwegs kostengünstig tanken. Steuerberater Michael Bormann erklärt, wie.

Sprit statt Geld: Wer sich in Naturalien bezahlen lässt, spart Steuern.
Sprit statt Geld: Wer sich in Naturalien bezahlen lässt, spart Steuern.(Foto: picture alliance / dpa)

Der völlig legale Trick funktioniert mit so genannten Warengutscheinen. Arbeitnehmer können mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass sie (teilweise) statt einer außertariflichen Lohnerhöhung Warengutscheine erhalten. Diese berechtigen zum Bezug einer bestimmten Sachleistung wie Benzin oder Bücher. Für Warengutscheine müssen weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben abgeführt werden. Der Arbeitnehmer bekommt also den Bruttobetrag quasi netto ausgezahlt.

So funktioniert's

Der Bundesfinanzhof hat zuletzt mit verschiedenen Rechtsurteilen die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit von Warengutscheinen vereinfacht.  

1. Der Warengutschein gilt nun auch dann als steuerbefreiter Sachbezug, wenn ein Höchstbetrag in Euro angegeben wird. Früher durfte nur eine Mengenangabe vereinbart werden (z.B. 30 Liter Benzin), um die Steuerbefreiung zu gewährleisten.

Michael Bormann ist Steuerberater und Gründungspartner bei der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner.
Michael Bormann ist Steuerberater und Gründungspartner bei der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner.

2. Damit die Steuerbefreiung gilt, darf der Warengutschein allerdings nicht über einen Höchstbetrag von 44 Euro pro Monat hinausgehen. Wird diese Freigrenze überschritten, wird der gesamte Betrag steuer- und sozialabgabenpflichtig. Diese Grenze gilt monatlich und kann nicht kumuliert werden.

3. Die bezogene Ware oder Dienstleistung muss nicht mehr direkt über den Arbeitgeber abgerechnet werden. Der Arbeitnehmer kann mittlerweile auch eine entsprechende Rechnung, etwa die Tankquittung, beim Arbeitgeber einreichen und sich die Kosten im vorher vereinbarten Rahmen erstatten lassen.

4. Wichtig ist nur, dass aus dem Warengutschein hervorgeht, dass er zum Bezug einer Sachleistung und nicht zu einer Geldzahlung berechtigt.

Mit seinen Urteilen hat der Bundesfinanzhof den bürokratischen Aufwand für Warengutscheine deutlich vereinfacht. Man sollte allerdings beachten, dass Warengutscheine nach wie vor im Rahmen einer außertariflichen Lohnerhöhung vereinbart werden müssen. Gehaltsumwandlungen erkennt der Fiskus dagegen nicht an.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen