Ratgeber

Private Krankenversicherung: Tarifwechsel wird einfach

Die Krankenversicherung wird zu teuer? Kein Problem, man kann ja den Tarif wechseln. Doch viele Unternehmen spielen auf Zeit und legen ihren Kunden Steine in den Weg. Jetzt ist Besserung in Sicht.

Wird die Krankenversicherung zu teuer, kann ein Tarifwechsel die Lösung sein.
Wird die Krankenversicherung zu teuer, kann ein Tarifwechsel die Lösung sein.(Foto: imago/McPHOTO)

Steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV), bleibt den Kunden ein Tarifwechsel als Ausweg. Nur gestaltet der sich mitunter ziemlich schwierig, weil die Unternehmen mauern. Nun tut sich etwas in Sachen Kundenfreundlichkeit bei den privaten Krankenkassen. "Damit unsere Versicherten jederzeit die für sie beste Tarifoption finden und auswählen können, hat die Branche einen Leitfaden zum unternehmensinternen Tarifwechsel erarbeitet", erklärt der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue.

Die teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich demnach, bei Anfragen das gesamte Spektrum an möglichen Zieltarifen aufzuzeigen oder geeignete Tarife im Kundeninteresse auszuwählen. "Dabei werden die Auswahlkriterien durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer testiert." Zudem seien die teilnehmenden Versicherer bereit, bei Prämienerhöhungen den Versicherten bereits ab dem 55. Lebensjahr - also fünf Jahre früher als nach den gesetzlichen Vorgaben - automatisch günstigere Tarifalternativen zu nennen. Tarifwechsel-Anfragen wollen sie den Angaben zufolge innerhalb von 15 Arbeitstagen beantworten.

Selbstverständlich ist das alles bis jetzt nicht. Ein Tarifwechsel ist zwar keine Frage der Kulanz, sondern das gute Recht der Kunden, das seit 1994 im Versicherungsvertragsgesetz verankert ist. Die Versicherer können im Gegenzug einen Leistungsausschluss vereinbaren oder einen Risikozuschlag verlangen. Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentralen oder der Bund der Versicherten monieren aber seit Jahren, dass Kunden teils systematisch Steine in den Weg gelegt würden. So würden Versicherungen auf Nachfrage oft nur unattraktive Alternativ-Tarife veröffentlichen, manchen Kunden werde gesagt, dass ein Wechsel nicht oder nur mit großen Einschränkungen möglich sei. Kommerzielle Tarifoptimierer nutzen diese Lage, indem sie gegen ein oft happiges Entgelt den Tarifwechsel organisieren.

Nicht alle machen mit

Einige Versicherer haben den Handlungsbedarf schon länger erkannt. So gibt es beispielsweise bei der HUK Coburg und der DKV Online-Tools, mit denen sich die Kunden selbständig über Tarifalternativen informieren können. Doch nicht alle Assekuranzen sind so fortschrittlich. Bislang hätten sich Unternehmen mit einem Marktanteil von 82 Prozent der Versicherten verbindlich dazu bereit erklärt, den Leitfaden umzusetzen, so der PKV-Verband. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Allianz, Barmenia, Debeka, DEVK, Signal Iduna und Universa.

Doch nicht alle machen mit, kritisiert Bianca Boss vom Bund der Versicherten: "Unternehmen mit einer unüberschaubaren Tarifvielfalt wie die Central haben sich leider ganz aus der Verantwortung gestohlen und lassen ihre Kunden damit im Regen stehen."

Für Kunden mit dringlichem Wechselwunsch kommt die Initiative aber ohnehin zu spät, denn mit der vollständigen Umsetzung des Leitfadens können sich die beteiligten Unternehmen noch bis 2016 Zeit lassen.

Private Krankenversicherer im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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