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Original nicht auffindbar: Testament weg und trotzdem Erbe

Wer nachweisen will, dass ein Verstorbener ihn zu seinem Erben gemacht hat, muss dem Nachlassgericht das Testament im Original vorlegen. Doch was passiert, wenn die Erbschrift verschwunden ist?

Weil ein Testament nicht mehr auffindbar war, hörte das OLG Karlsruhe Beteiligte und forderte ein Sachverständigengutachten für die Beweisaufnahme an.
Weil ein Testament nicht mehr auffindbar war, hörte das OLG Karlsruhe Beteiligte und forderte ein Sachverständigengutachten für die Beweisaufnahme an.(Foto: dpa)

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe musste darüber entscheiden, wie man die Erbenstellung nachweisen kann, wenn das Originaltestament nicht mehr auffindbar ist (Az.: 11 Wx 78/14). Über das Urteil berichtet die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

In dem verhandelten Fall hatten Eheleute 2004 ein Testament errichtet. Hierin setzten sie den Überlebenden von ihnen zum Alleinerben des Erstversterbenden ein. Nach dem Tod des Letztversterbenden sollte einer von zwei Söhnen erben, der andere nur den Pflichtteil erhalten. Nach dem Tod des Vaters war das Original des Testaments nicht mehr auffindbar, sondern nur Kopien. Die Mutter beantragte, als Alleinerbin ausgewiesen zu werden. Der enterbte Sohn wollte das verhindern und erklärte zur Begründung, dass das Testament nicht im Original vorgelegt worden sei.

Die Mutter versicherte aber gegenüber dem Nachlassgericht an Eides statt, nicht im Besitz des Originaltestaments zu sein und das Testament mit dem Erblasser gemeinsam errichtet zu haben. Zudem legte sie ein Schreiben eines Rechtsanwalts vor, in dem dieser den Text des Testamentes vorformuliert hatte. Sie gab an, die Eheleute hätten diesen Text eigenhändig abgeschrieben und unterzeichnet. Das Nachlassgericht erlies daraufhin einen Alleinerbschein. Dagegen wehrte sich der Enterbte mit einer Klage.

Ohne Erfolg, wie die Richter des OLG Karlsruhe urteilten: Das Nachlassgericht darf sich aber nicht mit der Fotokopie und der sonstigen schriftlichen Aussage begnügen. Vielmehr hat eine förmliche Beweisaufnahme stattzufinden. Das OLG holte dies nach. Es hörte die Beteiligten und holte ein Sachverständigengutachten zur Echtheit der Unterschrift ein. Dadurch überzeugten sich die Richter davon, dass das Testament wirksam errichtet wurde.

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Quelle: n-tv.de

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