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Bei der Feier floss reichlich Alkohol, der Feuerwehrmann wurde mit drei Pomillle im Blut aufgefunden.
Bei der Feier floss reichlich Alkohol, der Feuerwehrmann wurde mit drei Pomillle im Blut aufgefunden.(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 01. August 2017

Arbeitsunfall oder nicht?: Trunkenheitssturz bei Betriebsfeier

Die Grenzen für einen Arbeitsunfall sind sehr eng gesteckt. Diese Erfahrung musste ein Feuerwehrmann machen. Er war zwischen Toilette und Partyrunde schwer gestürzt.

Bei einem Arbeitsunfall gilt für die Betroffenen der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das gilt nicht nur für Unglücke während der Arbeit und auf dem Weg dorthin, sondern auch für Unfälle, die sich bei einer Betriebsfeier ereignen. Doch es gibt Grenzen, wie ein Fall zeigt, auf den der Deutsche Anwaltverein (DAV) hinweist. Entscheidend ist demnach unter anderem die Frage, wann der offizielle Teil einer Veranstaltung beendet ist (Az.: L 16/3 U 186/13).

Der Fall: Ein Feuerwehrmann hatte an einem Freundschaftswettkampf mit befreundeten Feuerwehren teilgenommen. Nach der offiziellen Siegerehrung reiste ein Teil der Teilnehmer ab, ein anderer hingegen blieb noch in geselliger Runde beisammen. Dabei floss auch reichlich Alkohol. Am frühen Abend wurde der Mann im Bereich der provisorischen Toilettenanlage vorgefunden. Er war dort mit 3,0 Promille gestürzt und hatte sich eine Unterschenkelfraktur zugezogen. Die Feuerwehrunfallkasse lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab. Der Kläger hingegen vertrat die Auffassung, er habe einen versicherten Wegeunfall auf dem Rückweg vom Wasserlassen erlitten.

Das Landessozialgericht teilte allerdings die Rechtsansicht der Unfallkasse. Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung bestehe nur bis zum Ende der betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung. Mit der Siegerehrung sei die Veranstaltung offiziell abgeschlossen gewesen. Die gesellige Runde sei daher nicht mehr vom Schutzbereich umfasst.

Doch selbst wenn sich der Mann noch im Rahmen der offiziellen Veranstaltung verletzt hätte, wäre er leer ausgegangen, stellte das Gericht klar. Zwar sei nach gängiger Rechtsprechung der Weg zur Toilette versichert, nicht jedoch das Wasserlassen selbst. Die Abgrenzung erfolge grundsätzlich mit dem Durchschreiten der Toilettentür. Im verhandelten Fall war die provisorische Toilette baulich aber nicht klar abgegrenzt. Weil sich der Feuerwehrmann noch nicht weit genug vom Pissoir entfernt hatte, habe sich der Unfall bei einer privaten Verrichtung ereignet, so das Gericht.  

Quelle: n-tv.de

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