Ratgeber
Dienstag, 18. Februar 2014

Vermieter in der Pflicht: Über Bleirohre muss informiert werden

Im vergangenen Jahr mussten Hausbesitzer alte Bleirohre entfernen lassen. Grund war eine neue Trinkwasserverordnung. Wurde die Frist versäumt, muss der Vermieter die Mieter schriftlich darüber in Kenntnis setzen.

Zu viel Blei im Trinkwasser ist ein Wohnungsmangel, der eine Mietminderung rechtfertigen kann.
Zu viel Blei im Trinkwasser ist ein Wohnungsmangel, der eine Mietminderung rechtfertigen kann.(Foto: dpa)

Bereits bis Anfang Dezember 2013 hätten Hausbesitzer alte Bleirohre im Gebäude austauschen müssen. Haben sie das versäumt, müssen sie ihre Mieter schriftlich darüber informieren. Darauf weist die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) hin. Mieter können sogar eine Bestätigung darüber verlangen, dass keine Bleirohre im Gebäude in Gebrauch sind. Will der Mieter auf Nummer sicher gehen, kann er eine Wasseranalyse in Auftrag geben. Dafür zuständig sind dem VDS zufolge Trinkwasserlabore, die nach der Norm DIN EN ISA 17025 arbeiten.

Hintergrund ist eine Änderung der Trinkwasserordnung. Sie sieht seit Ende vergangenen Jahres strengere Grenzwerte für Blei im Trinkwasser vor: Pro Liter dürfen nur noch 0,01 Milligramm enthalten sein. Das giftige Schwermetall geht aus alten Bleileitungen ins Trinkwasser über. So kann es in den menschlichen Körper gelangen, wo es sich anreichert und größtenteils in den Knochen ablagert. Symptome sind unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen, Lähmungserscheinungen und sogar krankhafte Veränderungen des Gehirns.

Keine gesundheitliche Bedrohung

Gerade für Schwangere und Kleinkinder ist eine erhöhte Bleikonzentration schädlich. Der neue Grenzwert ist laut VDS so niedrig angesetzt, dass auch für diese Risikogruppe eine gesundheitliche Bedrohung ausschließt.

Hausbesitzern, die alte Rohre bislang noch nicht ausgetauscht haben, droht ein Bußgeld. Sie brauchen einen Fachmann, um auszumachen, ob Leitungen unter Putz aus Blei sind. Bei freiliegenden Leitungen ist das offensichtlicher: Blei erscheine silbergrau. Es klinge bei einem Klopftest nicht metallisch, sondern dumpf. Lässt sich das Material mit einem Messer leicht einritzen oder abschaben, handelt es sich Blei und nicht zum Beispiel um Kupfer. Letzteres ist härter.

Darüber hinaus ist zu viel Blei im Trinkwasser ist ein Mietmangel. Daher ist in einem solchen Fall eine Mietminderung gerechtfertigt. Das Amtsgericht Hamburg hielt fünf Prozent für angemessen.

Quelle: n-tv.de

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