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24.500 Beschwerden: Unerlaubter Werbeanrufe nur leicht rückläufig

Eigentlich muss der Angerufene bei Werbeanrufen ausdrücklich in ein Gespräch einwilligen. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das ganz anders aus - trotz leicht rückläufiger Zahlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ungebetene Telefonwerbung bleibt ein Ärgernis für viele Verbraucher. Die Zahl der Beschwerden ging im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr nur leicht zurück, und zwar von rund 26.200 auf 24.500, wie die "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag unter Berufung auf Angaben der Bundesnetzagentur berichtete. Die Behörde verhängte demnach Bußgelder in Höhe von insgesamt 467.000 Euro. 2014 waren es rund 700.000 Euro gewesen.

Zugenommen hat dagegen der Rufnummernmissbrauch. Laut Bundesnetzagentur waren es im vergangenen Jahr knapp 78.000 Fälle, im Jahr 2014 rund 65.000. Die Behörde leitete fast 2000 Verwaltungsverfahren ein und schaltete rund 3900 Rufnummern ab.

In mehr als der Hälfte aller Fälle (55 Prozent) handelte es sich um Rufnummern-Spam, teilte die Netzagentur der Zeitung mit. Darunter fallen SMS-Spam, telefonische Gewinnversprechen und Ping-Anrufe: Dabei wird der Anruf nach dem ersten Klingeln unterbrochen. Wenn der Angerufene die Nummer auf dem Display wählt, verbirgt sich dahinter häufig eine teure Servicenummer.

Die meisten unerwünschten Werbeanrufe kommen nach Angaben von Verbraucherschützern von Gewinnspielanbietern, Telefondienstleistern und Energieversorgern. Verträge mit diesen Unternehmen können am Telefon weiterhin ohne eine schriftliche Bestätigung geschlossen werden. Verbraucherschützer fordern hier eine Nachbesserung der gesetzlichen Regelungen.

Die Regierung hatte im August 2009 die Regeln für Telefonwerbung verschärft und 2013 das Bußgeld drastisch erhöht: von maximal 50.000 Euro auf 300.000 Euro. Seitdem können auch für unerlaubte Werbeanrufe von Telefoncomputern und nicht mehr nur von Menschen Bußgelder verhängt werden. Zudem muss der Verbraucher den Erhalt von Werbeanrufen ausdrücklich zustimmen. Doch trotz der schärferen Vorschriften gibt es keinen kontinuierlichen Rückgang der Beschwerdefälle.

Quelle: n-tv.de

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