Ratgeber

Werbungskosten machen's möglich : Unfallkosten steuerlich absetzen

Glück im Unglück - wer auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall mit seinem Wagen hat, kann die Kosten unter Umständen von der Steuer absetzen. Das gilt allerdings nur für Ausgaben, die nicht von der Versicherung übernommen werden.

Der Unfall muss auf dem direkten Arbeitsweg passiert sein, damit er steuerlich relevant ist.
Der Unfall muss auf dem direkten Arbeitsweg passiert sein, damit er steuerlich relevant ist.

Überrascht von Schnee, Eis und Eisregen haben Tausende von Arbeitnehmern in diesen Tagen mit ihrem Pkw auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte selbstverschuldete Unfälle erlitten. Die von der Versicherung nicht gedeckten Schäden können unter Beachtung einiger Dinge steuerlich als Werbungskosten bzw.Betriebsausgaben anerkannt werden, wie der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V mitteilt.

Der Unfall muss allerdings auf der direkten Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eingetreten sein. Das polizeiliche Aufnahmeprotokoll ist dabei ein sicheres Beweismittel. Es muss sich entfernungsmäßig nicht um die kürzeste Strecke handeln, sondern die gefahrene Strecke muss im Vergleich zur kürzesten Strecke verkehrsgünstiger sein. Eine gut ausgebaute Umgehungsstraße kann auch ohne verkehrsgünstiger zu sein anerkannt werden, sofern sie zuverlässiger erscheint, weil keine Ampeln, Bauarbeiten oder Staubildungen vorhanden sind. Umwege sind schädlich, außer es werden Arbeitskollegen mitgenommen oder eine Tankstelle aufgesucht. Alkoholbedingte Unfälle scheiden aus. Die selbst getragenen Reparaturkosten sind absetzbar, eine unfallbedingte Wertminderung wird nicht zugelassen. Gezahlte Versicherungsentschädigungen sind anzurechnen.

Schlecht sieht es allerdings für Autofahrer aus, deren ehemals neu gekaufter Pkw bei Eintritt des Unfalles älter als acht Jahre ist und nicht mehr repariert wird. Beträgt der Zeitwert des Autos vor dem Unfall z. B. 11.000 Euro und nach dem Unfall 3000 Euro, ist der Schaden in Höhe des Differenzbetrages von 8000 Euro nicht absetzungsfähig. Steuerlich wirksam ist nur der Buchwert, der nach Ablauf der vorgeschriebenen Nutzungsdauer von acht Jahren Null Euro beträgt.

Für Arbeitnehmer, die ein gebrauchtes Auto gekauft haben, schaut es besser aus. Ist es bei Kauf z. B. acht Jahre alt und passiert der Unfall zwei Jahre nach Kauf, ist wie folgt zu rechnen: Der Kaufpreis von z. B. 12.000 Euro ist auf die geschätzte Restnutzungsdauer zu verteilen. Ist wegen des Alters, des Zustandes und der Jahreslaufleistung des Pkw eine verbleibende Nutzungsdauer von drei Jahren anzunehmen, so existiert bei Eintritt des Unfalles noch ein Drittel des Kaufpreises als Rest- oder Buchwert. Von diesem 4000 Euro Buchwert ist der zu erzielende Verkaufserlös für das Schrottauto, zum Beispiel 1000 Euro, abzuziehen und die Differenz -im Beispiel 3000 Euro - steuerlich abzugsfähig.

Bei einem Pkw, der bei Kauf nicht neu, aber jünger als acht Jahre alt ist, muss der Kaufpreis anteilig auf die verbleibenden Jahre der achtjährigen Nutzungsdauer verteilt werden, um den Buchwert zu bestimmen.

Quelle: n-tv.de

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