Ratgeber
Ein gutes Arbeitszeugnis kann den Weg in einen neuen Job ebnen. Deshalb ist es wichtig, dass Form und Inhalt stimmen.
Ein gutes Arbeitszeugnis kann den Weg in einen neuen Job ebnen. Deshalb ist es wichtig, dass Form und Inhalt stimmen.(Foto: dpa-tmn)

Arbeitszeugnis nicht akzeptabel: Unterschrift muss ordentlich sein

Ein Arbeitszeugnis kann großen Einfluss auf die berufliche Zukunft eines Mitarbeiters haben. Daher sollte das Dokument keine groben Formfehler aufweisen. Ein Urteil zeigt, dass auch eine unübliche Unterschrift nicht hingenommen werden muss.

Arbeitnehmer müssen ein Arbeitszeugnis mit einer untypischen Unterschrift nicht akzeptieren. Der Geschäftsführer darf ein Zeugnis weder mit einem einzigen Buchstaben, noch mit dem ganzen Namen quer zum Text unterschreiben.

Der Deutsche Anwaltverein weist auf folgendes Urteil hin, das vom Landesarbeitsgericht Hamm (Az.: 4 Ta 118/16) gesprochen wurde: In dem verhandelten Fall hatte das Arbeitszeugnis einer Frau keine richtige Unterschrift des Geschäftsführers. Dort stand lediglich der Buchstabe "H.". Der Arbeitgeber meinte, er müsse kein neues Zeugnis erteilen, denn es handele sich um die Unterschrift des Geschäftsführers. Dieser verteidigte sich damit, dass das wegen eines Schlüsselbeinbruchs nicht anders möglich gewesen sei. Das erneut ausgefertigte Zeugnis wurde zwar mit der echten Unterschrift versehen. Nun stand der Name jedoch quer zum Zeugnistext.

Die Frau hat Anspruch auf ein ordnungsgemäß unterschriebenes Zeugnis, entschied das Gericht. Durch die unübliche Unterschrift könnten beim Leser Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Zeugnisses bestehen. Daher müssten Zeugnisse so unterschrieben werden wie andere wichtige betriebliche Dokumente. Nach Auffassung des Gerichts könnte man ansonsten meinen, dass derjenige, der das Zeugnis unterschrieben hat, sich von dem Zeugnistext distanzieren will.

Grundsätzlich gilt: Nach Paragraf 109 Gewerbeordnung haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, wenn sie ihre Tätigkeit beenden. Das Zeugnis muss laut Gewerbeordnung klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.

Der Arbeitgeber muss seinem ehemaligen Mitarbeiter innerhalb von vier bis zehn Monaten nach Beschäftigungsende ein Arbeitszeugnis ausstellen. Verlangen können dies Arbeitnehmer, freiwillige Mitarbeiter und Auszubildende. Gekündigte können bereits ein Zeugnis verlangen, wenn ihnen die Kündigung ausgesprochen wird.

Hier eine günstige Rechtsschutzversicherung finden

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen