Ratgeber
Insbesondere von Berlin aus sind Fernbusse schon heute auf vielen Strecken eine Alternative zur Bahn. Foto: Stephanie Pilick
Insbesondere von Berlin aus sind Fernbusse schon heute auf vielen Strecken eine Alternative zur Bahn. Foto: Stephanie Pilick

Teil 3: Verkehr

Sozialversicherungen, Finanzen oder Telekommunikation - auch im neuen Jahr gibt es in vielen Bereichen neue Regeln und Sätze. Im dritten Teil unserer Serie kümmern wir uns um die Änderungen im Bereich "Verkehr".

Führerscheine gelten nur noch 15 Jahre lang. Tankstellen müssen ihre Preise ans Bundeskartellamt melden und können künftig per Smartphone abgerufen werden. Und Fernbusse sollen eine preisgünstige Alternative zu Bahn und Auto werden. Was ändert sich sonst noch im neuen Jahr?

Fernbusse

Die Bahn bekommt Konkurrenz auf der Mittelstrecke: Zum 1. Januar 2013 tritt die Liberalisierung des Deutschen Busmarktes in Kraft. Auf allen Strecken, die länger sind als 50 Kilometer dürfen Busgesellschaften nun Linienverkehr parallel zu bestehenden Zugverbindungen anbie ten. Viele Unternehmen haben sich für den Kampf um den neuen Markt bereits in Stellung gebracht.

Zielgruppe sind vor allem jüngere und ältere Menschen mit viel Zeit und schmalem Geldbeutel, die eine günstige Alternative zur schnelleren Bahn suchen. Auch Autofahrer, die von den hohen Spritpreisen abgeschreckt sind, könnten sich angesprochen fühlen.

Benzinpreise

Ab nächstem Jahr werden die Benzinpreise in einer Datenbank erfasst.
Ab nächstem Jahr werden die Benzinpreise in einer Datenbank erfasst.(Foto: dpa)

Die Suche nach der günstigsten Tankstelle wird einfacher: Tankstellenbetreiber sollen künftig an eine zentrale Stelle melden, wenn sie ihre Preise für Benzin und Diesel ändern. Das Kartellamt richtet dafür zum 1. Januar eine Markttransparenzstelle ein, die die Benzinpreise in einer Datenbank erfasst.

Die Preise sollen dann in Echtzeit über Vergleichsportale im Internet, über das Navi oder über eine Smartphone-App abgerufen werden können. Diese Angebote müssen allerdings von privaten Firmen zur Verfügung gestellt werden. Bislang gibt es schon Vergleichsportale im Netz, diese werden allerdings durch die Nutzer aktualisiert und sind deshalb nicht immer auf dem neuesten Stand. Die offizielle Datenbank werden Autofahrer voraussichtlich ab dem Sommer 2013 nutzen können.

Haltbarkeitsdatum für Führerscheine

Video

Bislang gilt der einmal ausgestellte Führerschein ein ganzes Leben lang. Nun droht den alten "Lappen das langsame Aus: Ab dem 19. Januar werden Führerscheine nur noch für die Dauer von 15 Jahren ausgestellt und müssen danach gegen neue Dokumente eingetauscht werden. Eine erneute Prüfung oder ärztliche Untersuchung ist aber nicht nötig.

Alte Führerscheine sind bis 2033 von der Tauschpflicht befreit. Doch wenn man – aus welchem Grund auch immer – ein neues Dokument beantragt, dann gilt die begrenzte Laufzeit. Ziel des Ganzen ist es unter anderem, das Lichtbild halbwegs aktuell zu halten.

Neue Führerscheinklassen

Am 19.1. kommt es auch zu einer Neuordnung der Führerscheinklassen. Die Klasse A1 (125er Motorräder) wird ergänzt, neu zugelassene Maschinen in dieser Klasse müssen ein Verhältnis von eins zu zehn bei Leistung und Gewicht einhalten. Eine 100 Kilo-Maschine darf also nicht mehr als zehn Kilowatt (13,6 PS) leisten. Dafür fällt die bisherige Geschwindigkeitsbegrenzung für 125er Maschinen weg. Auch Motorrad-Einsteiger zwischen 16 und 17 Jahren dürfen dann mit mehr als 80 km/h unterwegs sein.

Neu ist die Führerschein-Klasse AM ab 16 Jahre: Sie gilt für zwei- und dreirädrige Kleinkrafträder sowie vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h, 50 Kubik bzw. vier Kilowatt Leistung. Diese Fahrzeuge fielen vorher in die Klassen M und S.

Neu ist auch die Fahrerlaubnisklasse A2 für Motorradfahrer zwischen 18 und 23 Jahren. Sie ersetzt die bisherige Stufenregelung in der Klasse A. Die Klasse A2 gilt für alle Motorräder bis zu 35 Kilowatt und einem Leistungsgewicht von maximal 0,2 Kilowatt pro Kilogramm. Sie erweitert sich jedoch nicht nach zwei Jahren automatisch zur Klasse A. Dafür müssen die Motorradfahrer eine theoretische und praktische Ausbildung nachweisen und neue Prüfungen ablegen. Wichtig: Für Inhaber der aktuellen beschränkten A-Fahrerlaubnis ändert sich nichts.

Trikes, die dreirädrigen Chopper, sind bei ihren Fahrern auch deshalb beliebt, weil sie mit einem gewöhnlichen Kfz-Führerschein der Klasse B bewegt werden dürfen. Für Führerscheine, die ab dem 19.1. ausgestellt werden, gilt da aber nicht mehr. Wer Trike fahren will, muss mindestens 21 Jahre alt sein und braucht einen Führerschein der Klasse A.

Partikelfilter

Wer sein Dieselfahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüsten möchte, sollte sich beeilen: Denn zum Jahreswechsel senkt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle den Fördersatz von 330 auf 260 Euro. Für Nachrüstungen, die noch in diesem Jahr erfolgen, kann der Antrag auf Förderung bis zum 15. Februar 2013 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt werden. Nach diesem Stichtag gilt der niedrigere Fördersatz.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen