Was den Versicherungsvertreter freut, freut noch lange nicht den Kunden.
(Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)
Mittwoch, 01. Juli 2009
Beratung oder Abzocke?: Versicherer am Pranger
Beim Ombudsmann der deutschen Versicherungen haben sich im vergangenen Jahr so viele unzufriedene Kunden gemeldet wie nie zuvor. Die Zahl der Beschwerden stieg um 7,1 Prozent auf den Höchststand von 18.837, wie der Ombudsmann, Günter Hirsch, mitteilte. Am häufigsten moniert wurden Lebens- und Rentenversicherungen. Auf sie entfielen 40,7 Prozent der Einwände über Unternehmen und 32,1 Prozent jener über Vermittler. Angesichts der Finanzkrise habe es eine Fülle an Beschwerden zum Rückkaufwert oder der Beteiligung an Überschüssen gegeben. Informationen seien teils schwer verständlich.
Als "ausgesprochenen Schwachpunkt" machte der Ombudsmann die neue Pflicht zur Dokumentation von Beratungen aus. Die Umsetzung gestalte sich oft schwierig. "Wenn ein Beratungsformular verwendet wird und unter "Kundenwunsch" lediglich vermerkt wird "optimale Absicherung", unter "Empfehlung" ebenfalls nur "optimale Absicherung" und unter "Abschluss" nur vermerkt ist "wie gewünscht", so ist dies völlig inhaltslos und kann gleich in den Papierkorb wandern."
Der Ombudsmann war 2001 als unabhängige Schlichtungsstelle der Branche eingesetzt worden. Bis zu einem Streitwert von 5000 Euro sind seine Entscheidungen für die Institute verbindlich. Träger ist ein Verein, dem die meisten deutschen Versicherungen angehören. Die privaten Krankenversicherungen haben einen eigenen Ombudsmann.
dpa
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