Ratgeber

Umlage einfach durchgereicht: Versorger erhöhen Strompreise

Kaum ist bekannt, wie hoch die Umlage aus dem Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien ausfällt, reichen bereits die ersten Versorgen die Mehrkosten an den Kunden durch.

Besitzer einer Photovoltaikanlage kassieren, alle anderen müssen zahlen.
Besitzer einer Photovoltaikanlage kassieren, alle anderen müssen zahlen.(Foto: Klaus-Uwe Gerhardt, pixelio.de)

Kurz nach der deutlichen Erhöhung der Umlage für erneuerbare Energien haben erste Stromversorger für das kommende Jahr höhere Preise angekündigt. Die Versorger Badenova und MVV Energie erklärten in dieser Woche, die höheren Kosten komplett an die Verbraucher weitergeben zu wollen, wie ein Sprecher des Stromkundenportals Verivox sagte. Viele andere deutsche Stromkunden dürften in den nächsten Wochen über höhere Preise zum Jahreswechsel informiert werden.

Wie aus einer Mitteilung von Badenova hervorgeht, erhöht der in der Region um Freiburg tätige Stromversorger seinen Kilowattstundenpreis inklusive Mehrwertsteuer um 1,76 Cent. Das ist exakt der Anstieg der sogenannten EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien. Der in Mannheim ansässige Versorger MVV Energie erhöht den Strompreis seinerseits um 1,61 Cent pro Kilowattstunde. Er gibt nach eigenen Angaben die höhere EEG-Umlage weiter, zieht die leicht gesunkene Umlage von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung aber davon ab. Die Preise steigen damit für die Kunden laut Verivox je nach Tarif um zwischen sechs und acht Prozent. Auf die Stromverbraucher kommen Mehrkosten zwischen 55 und 70 Euro pro Jahr zu.

Viele Versorgen werden Preise erhöhen

"Wir rechnen damit, dass der überwiegende Teil der Stromversorger die Erhöhung der EEG-Umlage weitergeben muss", sagte Verivox-Sprecher Jürgen Scheurer. Derzeit sei aber noch nicht abzusehen, wie viele Versorger die Erhöhung der EEG-Umlage bereits durch vorherige Erhöhungen in diesem Jahr vorweggenommen haben. Andererseits sei es auch möglich, dass Anbieter die Preise unter dem Vorwand der gestiegenen EEG-Umlage deutlich stärker als nötig erhöhen. Jeder Versorger, der zum Jahreswechsel die Preise erhöhen will, muss dies seinen Kunden bis zum 15. November mitteilen. Viele Verbraucher dürften deshalb in den kommenden Wochen unangenehme Post von ihrem Stromanbieter erhalten.

Die sogenannte EEG-Umlage steigt 2011 um mehr als 70 Prozent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Verantwortlich hierfür ist vor allem der massive Ausbau von Solarenergie. Für erneuerbaren Strom, der ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Diese Vergütung ist bei Solarenergie besonders hoch. Finanziert wird sie über die EEG-Umlage von allen Stromkunden, weshalb der Solarboom die Preise steigen lässt.

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Quelle: n-tv.de

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