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100 Millionen EC-Karten betroffen: Verwirrung um Kartenzahlung

Hat Ihre EC-Karte ein Maestro oder V-Pay-Symbol ? Herzlichen Glückwunsch, dann kann ab jetzt an der Kasse gewählt werden, ob die Zahlung über die Bank oder die Kreditkartenfirma abgewickelt wird. Der Vorteil? Im Zweifel längere Wartezeiten.

Der Handel müsste eigentlich schon seit drei Monaten Kunden vor die Wahl stellen.
Der Handel müsste eigentlich schon seit drei Monaten Kunden vor die Wahl stellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Fast unbemerkt hat sich etwas verändert in Deutschland. Betroffen sind die rund 100 Millionen EC-(oder korrekter Giro-) Karten in Deutschland. Denn seit Juni haben Besitzer entsprechender Karten die Wahl, beim Bezahlen an der Kasse oder aber beim Geldabheben am Automaten zu entscheiden, ob sie den jeweiligen Vorgang wie gewohnt über ihre Bank oder über die Kreditkartenfirma abwickeln möchten.

Dabei ist es egal, ob mit Unterschrift oder per Geheimzahl operiert wird. Entscheidend ist vielmehr, dass die Karte über die integrierte Bezahlfunktion via "Maestro" (Mastercard) oder "V-Pay" (Visa) verfügt. Bisher war eine Abwicklung via Kreditkartenfirma nur für die Nutzung der Girokarte im Ausland vorgesehen.

Auf Anordnung der EU muss der Handel dem Kunden dies nun auch  bundesweit anbieten (Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge; Artikel 8 Absatz 6). Die EU möchte damit den Wettbewerb ankurbeln.

Die deutschen Geldinstitute müssen ihre Bankkarten mit Bezahlsystemen ausstatten, die den Transfer vom Konto zum Händler durchführen. Innerhalb Deutschlands setzen die meisten dafür auf "Girocard". Damit die Karte aber auch im Ausland akzeptiert wird, unterstützt sie in der Regel zusätzlich das System "Maestro" oder "V Pay".

Und was bringt die Neuerung für Verbraucher? Nichts, wie die Verbraucherzentrale Bayern urteilt. Denn dem Kunden kann es egal sein, welcher Dienst für die Zahlungsabwicklung genutzt wird. Es kann höchstens zu längeren Wartezeiten kommen, wenn in Zukunft beim Bezahlen noch gefragt wird, ob Treuepunkte gesammelt werden, man über eine Payback-Karte verfügt oder eben über welches Geldinstitut bezahlt werden soll.

Die entsprechenden Gebühren zahlt der Händler und hat sie in seinen Preisen bereits berücksichtigt. Bisher haben die meisten deutschen Unternehmen automatisch Girokarten den Vorzug gegeben, weil sich die Gebühren hier "nur" auf bis zu 0,3 Prozent des Umsatzes summieren. Bei der Abwicklung über eine Kreditkartenfirma verdoppelt sich in etwa die Belastung.

Erste größere Unternehmen wie Esso lassen ihren Kunden bereits die Wahl, wie die Zahlung abgewickelt werden soll. Allerdings oft mit der Empfehlung, mit der Girokarten zu zahlen. Kann das Unternehmen durch Girocard seine Kosten geringer halten, wird es eventuell den Benzinpreis minimal niedriger halten, meint die Verbraucherzentrale. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass Anbieter wie Mastercard reagieren und Bonusprogramme oder Gewinnspiele einführen, um die Kunden zu ihren Systemen zu locken.

Quelle: n-tv.de

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