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Beim Verfassen eines Nottestaments muss sich der Erblasser in unmittelbarer Todesgefahr befinden.
Beim Verfassen eines Nottestaments muss sich der Erblasser in unmittelbarer Todesgefahr befinden.(Foto: imago/Christian Ohde)

Wettlauf mit dem Tod: Wann ist ein Nottestament gültig?

Nicht immer ist Zeit, ein Testament aufzusetzen. In bestimmten Situationen kann auch ein Nottestament gemacht werden. Zum Beispiel, wenn sich jemand in Todesgefahr befindet. Was sind die Voraussetzungen?

Wer sich in Todesgefahr befindet, kann ein sogenanntes "Drei-Zeugen-Testament" errichten. Damit das Nottestament wirksam ist, müssen strenge Voraussetzungen erfüllt sein. Das geht aus einem Urteil des Kammergerichts Berlin hervor (Az.: 6 W 93/15).

In dem verhandelten Fall litt eine Frau an Lungenkrebs im Endstadium und wollte ihre Freundin als Alleinerbin ernennen. Da sie selbst blind und schwach war, bat sie einen behandelnden Arzt, ein entsprechendes Testament zu verfassen. Nachdem der Arzt alles aufgeschrieben und vorgelesen hatte, unterschrieb er gemeinsam mit einer Krankenschwester das Dokument. 25 Tage später starb die Frau. Ihre Freundin beantragte beim Nachlassgericht einen Erbschein und erfuhr: Ein derartiges Nottestament müsse von drei Zeugen unterzeichnet werden. Daraufhin unterschrieb ein damals ebenfalls anwesender Zeuge das Nottestament nachträglich. Entferntere Verwandte der Verstorbenen, die die gesetzlichen Erben waren, zweifelten das Testament allerdings an.

Zu Recht, urteilte des Kammergericht Berlin, wie die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet. Grundsätzlich sei die nachträglich eingeholte Unterschrift zwar nicht das Problem, solange das Testament die Erklärung des Erblassers zuverlässig wiedergebe und dies drei anwesende Zeugen schriftlich bestätigen. Im konkreten Fall war das Nottestament dennoch unwirksam.

Der Grund: Der Gesundheitszustand der Frau sei zwar schlecht gewesen, aber sie schwebte beim Verfassen nicht in unmittelbarer Todesgefahr. Die Zeugen hatten in der Niederschrift auch nicht eine dahingehende Besorgnis geäußert. Die Frau verstarb knapp vier Wochen später. Nach Ansicht der Richter sei somit genug Zeit gewesen, ein ordentliches Testament zu errichten.

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Quelle: n-tv.de

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