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Donnerstag, 12. Juni 2014

Neue Regeln fürs Einkaufen: Was Kunden jetzt wissen müssen

In Deutschland sind Verbraucher schon seit einer Weile vor Abofallen oder versteckten Kosten beim Online-Shopping geschützt. Künftig gelten kundenfreundlichere Regeln in der ganzen EU. Doch das neue Gesetz bringt auch Verschlechterungen.

Wer Waren einkauft, die er dann doch nicht will, muss sie künftig auf eigene Kosten zurückschicken.
Wer Waren einkauft, die er dann doch nicht will, muss sie künftig auf eigene Kosten zurückschicken.(Foto: dpa)

Wenn Kunden online Schuhe bestellen oder in der Fußgängerzone bei einem Stromanbieter unterschreiben, schließen sie einen Vertrag - dabei sind vielen die genauen Konditionen nicht immer ganz klar. Um Verbraucher bei einer Reihe von Kaufvereinbarungen besser vor versteckten Kosten und Klauseln zu schützen, greifen an diesem Freitag neue gesetzliche Regeln. Verankert wird ein klares Recht auf Widerruf. Verbraucherschützer beklagen aber auch Verschlechterungen, wenn Kunden Waren wieder zurückschicken wollen.

Was wird genau geändert?

In Kraft tritt jetzt eine EU-Richtlinie von 2011, deren Umsetzung in Deutschland vor einem Jahr beschlossen worden war. Dabei geht es um Vorschriften vor allem für zwei Bereiche: Zum einen um den Kauf von Waren und Dienstleistungen außerhalb von Läden, auch bekannt als "Haustürgeschäfte". Zum anderen um Angebote im "Fernabsatz", also Bestellungen per Internet, Telefon und Katalog. "Verbraucher müssen in Zukunft vor Vertragsschluss besser informiert werden", betont Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) - das betrifft etwa den Gesamtpreis, die genaue Leistung und Widerrufsmöglichkeiten.

Warum gibt es diese besonderen Regeln?

Wenn Kunden nicht von sich aus in einen Laden gehen, besteht erhöhte Überrumpelungsgefahr. Bei Kaffeefahrten oder Werbeaktionen fällt es vielen Menschen schwerer, Nein zu sagen. Die zentralen Infos müssen daher vorab zur Verfügung gestellt werden, in der Regel auf Papier, um sie aufbewahren zu können. Dies gilt auch für zu Hause geschlossene Handwerkerverträge, wie Verbraucherstaatssekretär Gerd Billen sagt. Dazu kommt das Recht, einen Vertrag binnen 14 Tagen zu widerrufen. Dass Kunden dies per Brief oder Mail erklären müssen, sei aber ein Rückschritt, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). "Die bloße Rücksendung des gekauften Produkts reicht nicht mehr aus."

Was ändert sich bei Fernabsatzverträgen?

Auch für Käufe per Internet oder Versandkatalog gelten zum Schutz der Kunden erweiterte Informationspflichten für die Anbieter. Der Vertrag muss auf Papier oder in einer E-Mail bestätigt werden. Gefällt die Ware nicht, hat künftig grundsätzlich der Verbraucher die Rücksendekosten zu tragen. Bisher war das nur bei einem Warenwert bis 40 Euro zulässig war - auch dies sei ein Rückschritt, moniert der vzbv.

Billen rechnet allerdings damit, dass viele größere Anbieter das Porto aus Kulanz auch weiterhin übernehmen. "Wenn ich Schuhe oder Bekleidung kaufe, kann ich nicht nur ein Exemplar bestellen. Da muss ich schon mehrere ausprobieren, um zu sehen, was passt und gefällt." Bei mangelhafter oder falsch gelieferter Ware trägt weiterhin der Händler die Rücksendekosten.

Welche Sonderregeln kommen für Online-Angebote?

Im Internet reicht schon ein vorschneller Klick, damit Kunden versehentlich Zusatzkosten oder Vertragsbestimmungen akzeptieren. Bei Bestellungen in Onlineshops müssen Eingabefehler deshalb künftig vor dem Absenden korrigierbar sein. Zusatzleistungen wie Gepäckversicherungen bei Flugtickets dürfen nicht per Häkchen vorab ausgewählt sein, so dass man sie erst eigens deaktivieren muss. Auf der entscheidenden Schaltfläche muss zudem klar "zahlungspflichtig bestellen" stehen, nicht nur etwas wie "Download starten". In Deutschland ist diese sogenannte "Button"-Lösung aber schon länger Pflicht. Bei Streaming- oder Download-Angeboten müssen Kunden künftig verbindlich über ihre Widerrufsrechte informiert werden. Auch hier gilt grundsätzlich eine Frist von 14 Tagen, diese kann allerdings erlöschen, wenn der Händler schon mit der Ausführung begonnen hat – aber nur, wenn der Kunde vorher darüber informiert wurde.

Welche Kostenbremsen gibt es noch?

Wenn ganz am Ende einer Bestellung happige Gebühren fürs Zahlen mit Kreditkarte dazukommen, nehmen das viele Kunden wohl oder übel in Kauf. Künftig muss mindestens eine Zahlungsweise auszuwählen sein, die Kunden nichts kostet, beispielsweise der Einzug vom Konto. Etwaige Gebühren dürfen nur so hoch sein wie die Kosten, die Anbietern für die Zahlungsabwicklung entstehen. Auch bei Service-Hotlines für Infos zu abgeschlossenen Verträgen dürfen anrufende Kunden nur so viel zahlen müssen, wie die eigentliche Telefonverbindung kostet.

Quelle: n-tv.de

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