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Liebhaberei oder Renditeturbo?: Was Oldtimer als Wertanlage taugen

Für Oldtimer-Fans haben alte Autos vor allem einen ideellen Wert - doch auch für Rendite-Jäger können sie attraktiv sein. Der Wertzuwachs in den vergangenen Jahren war enorm. Doch davon sollten sich Anleger nicht blenden lassen.

Ein Jaguar XK 140 von 1951 lässt das Herz eines Oldtimer-Fans springen. Die alten Wagen sind eher Liebhaberstücke als Wertanlage.
Ein Jaguar XK 140 von 1951 lässt das Herz eines Oldtimer-Fans springen. Die alten Wagen sind eher Liebhaberstücke als Wertanlage.(Foto: dpa)

Oldtimer sind etwas für Liebhaber - aber zunehmend auch für Investoren, die mit den alten Schätzchen auf gute Renditen hoffen. Um 107,1 Prozent ist der Oldtimer-Index der Südwestbank seit 2005 gestiegen - deutlich stärker als zum Beispiel der DAX. Doch ein Oldtimerkauf müsse gerade bei Kleinanlegern gut vorbereitet und gründlich überlegt sein, sagt Manfred Mühlheim, Bereichsleiter Asset Management der Südwestbank.

Oldtimer sind doch totes Kapital. Sie stehen in der Garage und man holt sie höchstens mal für eine Spritztour raus. Wo entsteht da die Rendite?

Mühlheim: "Sie haben keine jährlichen Erträge oder Ausschüttungen, das stimmt. Es geht um Sachwerte. Wenn sie den Markt beobachten, kristallisiert sich ein kontinuierlicher Wertzuwachs heraus. Wir haben eine sehr starke Nachfrage von Asiaten und Russen, die in Europa Oldtimer kaufen. Weil Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, erwarten wir durch diese stabile Nachfrage weiter steigende Preise. Außerdem gibt es für Autoliebhaber bei einem Oldtimer auch noch eine emotionale Rendite."

Muss man ja vermutlich auch ein echter Auto-Experte sein, um eine lohnende Investition zu erkennen?

Mühlheim: "Man sollte in der Regel schon einen gewissen Bezug zu Fahrzeugen und einen freien Platz in der Garage haben. Auf jeden Fall würde ich mich aber vor einem Oldtimerkauf von einem Sachverständigen beraten lassen. Am Ende muss man sich dann von einer Mischung aus Sachverstand und Bauchgefühl leiten lassen."

Ist ein teurer Oldtimer denn für einen Kleinanleger überhaupt geeignet?

Mühlheim: "Man kann ab etwa 20.000 Euro in einen Oldtimer investieren. Aber Kleinanleger sollten schon aufpassen, dass sie nicht alles auf eine Karte setzen, sondern das Risiko auf verschiedene Anlageklassen streuen. Wir empfehlen, nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Vermögens in Oldtimer zu investieren. Man braucht also schon ein Gesamtvermögen von mindestens 200.000 Euro, damit ein solches Investment Sinn macht."

Quelle: n-tv.de

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