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Leitzins wieder unten: Was ändert sich für Sparer?

Gerade hatte man sich über ansehnliche Tagesgeldrenditen gefreut, da setzt die EZB den Leitzins zurück auf 1,0 Prozent. Ist es jetzt schon wieder vorbei mit brauchbaren Sparzinsen? Nicht unbedingt, denn Bankkunden profitieren vom Misstrauen der Geldhäuser untereinander.

Wenn sich die Banken untereinander kein Geld leihen wollen, nehmen sie eben das der Kunden.
Wenn sich die Banken untereinander kein Geld leihen wollen, nehmen sie eben das der Kunden.(Foto: Claudia Hautumm, pixelio.de)

Der Leitzins ist wieder da angekommen, wo er im Frühjahr zu seinem kurzen Höhenflug startete: bei 1,0 Prozent. Zinsentscheidungen der Notenbanker haben normalerweise auch indirekt Auswirkungen auf die Bankkunden. Diesmal werden Sparer die Folgen der Leitzinsänderung aber vermutlich kaum spüren.

Normalerweise fallen bei einer Leitzinssenkung die Sparzinsen. Aber schon im November, als die EZB den Leitzins von 1,5 Prozent auf 1,25 Prozent herabgesetzt hatte, veränderten sich die durchschnittlichen Zinssätze für Tagesgeldkonten kaum. Auch diesmal bräuchten sich Anleger keine Sorgen zu machen, erklärt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung.

Privatkunden wieder gefragt

Dabei kommt ihnen eine Neuregelung im Bankensektor zupass: Ab 2013 müssen Banken ihre risikobehafteten Anlagen mit mehr Eigenkapital absichern. Deshalb versuchen viele Banken, auf risikoarme Finanzierungen auszuweichen – und dazu zählen auch die Einlagen privater Kunden. Hinzu kommt, dass sich die Institute in der Euro-Krise untereinander zunehmend misstrauen. Sich von Geschäften mit anderen Banken unabhängiger machen sei noch ein Antrieb, um Geld bei Privatkunden einzusammeln, sagt Herbst. "Wer aber mehr Geld vom Privatkunden will, muss gute Konditionen bieten", folgert Herbst.

Derzeit können Kunden mit Tagesgeld zwischen 2,5 und 2,7 Prozent Zinsen einfahren. Für 10.000 Euro auf einem Festgeldkonto gibt es bei einer Laufzeit von 12 Monaten zwischen 2,5 und 3,5 Prozent Zinsen. Und es spricht Einiges dafür, dass sich daran nicht so schnell etwas ändert.

Im Bereich der Kredite zeichnet sich etwas mehr Bewegung ab. "Die Krise ist zurück. Und mit ihr die Zeit des billigen Geldes", sagt Marcus Preu vom Finanzportal Biallo. Der durchschnittliche Ratenkredit über 36 Monate beispielsweise liegt laut Biallo-Index nur noch 0,02 Prozent über dem Allzeittief von 6,88 Prozent. Ähnlich sieht es beim Baugeld aus, das billig wie nie zu haben ist. Fachleute halten es für möglich, dass die Tiefstände noch einmal unterschritten werden. 

Tagesgeld im Vergleich

Festgeld im Vergleich

Baugeld im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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