Mittwoch, 10. März 2010
Weniger Arbeit, mehr Schichtdienst: Was bringt Tariflohn?
Tarife kommen Beschäftigten nicht nur beim Lohn zugute - sie bescheren ihnen auch kürzere Arbeitszeiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Demnach müssen Tarifbeschäftigte im Schnitt eine halbe Stunde pro Woche weniger arbeiten als andere.
Am größten ist der Unterschied, wenn es einen Tarifvertrag und einen Betriebsrat gibt. In diesen Unternehmen kamen die Mitarbeiter 2007 effektiv auf 39,2 Wochenstunden. In den Betrieben ohne solche Regulierung waren es 41,5 Stunden.
Längere Betriebszeiten
Tarife und Mitbestimmung sorgen der Studie zufolge auch für eine höhere Flexibilität der Arbeitszeit. Das zeigt sich an der Verbreitung von Arbeitszeitkonten: In Betrieben ohne Tarif und Vertretung hat nur ein gutes Drittel der Beschäftigten ein solches Konto - in den anderen ist es mehr als die Hälfte. Die Schattenseite: In Firmen mit Tarif oder Betriebsrat müssen Mitarbeiter öfter Schichtarbeit leisten als in anderen Unternehmen. Der Vorteil für die Firmen: Sie können länger produzieren. Tarifgebundene Betriebe kommen auf durchschnittliche Betriebszeiten von gut 67 Stunden pro Woche. Bei den anderen ist nach 58 Stunden Schluss.
Für die Studie wurden im Herbst 2007 Arbeitnehmer in 1800 Betrieben befragt.
ino/dpa
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