Ratgeber

Mietnebenkosten durchforsten: Was steuerlich absetzbar ist

Um die Steuerlast zu senken, lohnt sich ein Blick in die Wohn-Betriebskostenabrechnung des Vermieters. Denn unter bestimmten Umständen ist in Teilen das steuerliche Absetzen möglich, weiß Steuerexperte Michael Bormann.

Betriebskostenabrechnung: Posten über Posten - manche können steuerlich geltend gemacht werden.
Betriebskostenabrechnung: Posten über Posten - manche können steuerlich geltend gemacht werden.

Dieser Tage flattern Eigentümern und Mietern wieder die ersten Nebenkostenabrechnungen für das Vorjahr in den Briefkasten. Der Steuerexperte Michael Bormann listet auf, welche Kosten von der Steuer absetzbar sind und was es dabei zu beachten gilt.

Generell zählen verschiedene Dienstleistungen zu den umlagefähigen Kosten. So kann der Eigentümer u.a. den Lohn für den Hausmeister oder für den Schornsteinfeger dem Mieter vollständig in Rechnung stellen. Dieser kann die entsprechenden Kosten wiederum als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Bis zu einem Gesamtbetrag von 6.000 Euro für Handwerkerleistungen und bis zu 20.000,00 für andere haushaltsnahen Dienstleistungen können 20 Prozent dieser Kosten pro Jahr direkt von der Steuerbelastung abgezogen werden – also insgesamt maximal 5.200 Euro.

Dr. Michael Bormann ist Gründungspartner und Steuerexperte der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner
Dr. Michael Bormann ist Gründungspartner und Steuerexperte der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen neben dem Lohn für den genannten Hausmeister und Schornsteinfeger auch Kosten für die wie Schädlingsbekämpfung, die Straßenreinigung, die Reinigung des Treppenhauses und die Pflege der Außenanlagen. Nach einem Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg (Az. 13 K 13287/10) fällt auch der Winterdienst für öffentliche Gehwege darunter.

Nebenkostenabrechnung reicht

Normalerweise verlangt das Finanzamt erstens eine Rechnung und zweitens, dass diese nicht in bar, sondern per Banküberweisung beglichen wird. Bei den Mietnebenkosten reicht allerdings in den meisten Fällen die Abrechnung des Vermieters. Gibt sich das Finanzamt damit nicht zufrieden, müssen Mieter vom Eigentümer oder Verwalter eine Anlage einfordern, auf der die so genannten § 35a-Aufwendungen (haushaltsnahe Dienstleistungen) zusammengefasst und bescheinigt sind. Allerdings verlangen hierfür Hausverwaltungen in der Regel Gebühren.

Zeitraum beachten

Der Mieter verfügt dabei, wann er die Nebenkosten steuerlich absetzt, über einen gewissen Gestaltungsspielraum. Normalerweise gilt das Abflussprinzip. Danach können die Kosten für den Hausmeister etc. in dem Jahr steuerlich abgesetzt werden, in dem sie auch tatsächlich angefallen sind. Da der Mieter die Nebenkostenabrechnung aber erst im Folgejahr bekommt (also jetzt für das Jahr 2012), kann er sie auch erst im Jahr der Abrechnung geltend machen. Dies ist dann relevant, wenn in dem einen oder anderen Jahr bereits hohe Kosten für andere haushaltsnahe Dienstleistungen wie z.B. für Reinigungskräfte angefallen sind.

Durch das zeitliche Verschieben der Nebenkosten kann es gelingen, ein Überschreiten der Obergrenze zu vermeiden. Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen, die direkt abgerechnet werden ist unbedingt darauf zu achten, eine Rechnung und einen Überweisungsbeleg beim Finanzamt einzureichen. Ansonsten erkennt der Fiskus die Kosten nicht als steuermindernd an.

Quelle: n-tv.de

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