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Im Idealfall gibt es bei DHL eine Benachrichtigung mit allen Informationen.
Im Idealfall gibt es bei DHL eine Benachrichtigung mit allen Informationen.(Foto: imago stock&people)
Samstag, 17. Juni 2017

Fehler auf Benachrichtigungen: Was tun, wenn das Paket unauffindbar ist?

Von Lisa Schwesig

Verpasst man den Paketboten und wird die Sendung nicht beim Lieblingsnachbarn abgegeben, kann eine lange Suche beginnen. Denn auf Benachrichtigungskarten sind Angaben manchmal falsch oder fehlen. Auch eine Beschwerde kann helfen.

Ein Paket zu empfangen, bereitet den meisten Menschen Freude. In manchen Fällen muss der Empfänger allerdings erst Detektivarbeit leisten, um die ersehnte Sendung in den Händen zu halten. Denn entweder stehen unzureichende oder falsche Informationen auf der Benachrichtigung oder die Karte fehlt gänzlich - obwohl das Paket in der Sendungsverfolgung als zugestellt angezeigt wird. Was können Kunden tun bei einer …

… fehlenden Benachrichtigung?

Empfänger kommen auch ohne Benachrichtigungskarte an ihr Paket. Einen entscheidenden Beitrag zur Suche leistet die Sendungsnummer. "Die Sendungsnummer ist wie eine Art 'Identitätsnachweis' des Pakets", sagt DHL-Sprecherin Dunja Kuhlmann. Die Nummer besteht aus bis zu 39 Ziffern und Buchstaben. Mit ihr kann ein Paket eindeutig identifiziert werden.

Auch die Sendungsverfolgung im Internet kann den zielführenden Hinweis zum Aufenthaltsort des Pakets liefern. "In der Sendungsverfolgung ist in der Regel ersichtlich, in welche Filiale das Paket umgeleitet wurde", sagt Kuhlmann. Wenn der Kunde keine Benachrichtigung erhalte, könne er mit seinem Personalausweis in die angegebene Filiale gehen. Anhand des Nachnamens kann das Paket dann ausgehändigt werden.

… Benachrichtigung mit falschen Informationen?

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Häufig nehmen Nachbarn Pakete an. Ist jedoch der Name des Nachbarn unleserlich geschrieben oder falsch vermerkt, beginnt die Suche nach dem Paket im eignen Haus oder sogar Viertel. Denn was als Nachbarschaft des Adressaten betrachtet wird, ist häufig in den jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Zustellers geregelt. So stellt etwa DPD in der "unmittelbaren Nachbarschaft" zu, die sich über 50 Meter Entfernung vom Zustellort erstreckt.

Die entscheidenden Informationen liefert auch hier die Sendungsverfolgung. Ist dort nichts vermerkt oder sind die Angaben nicht schlüssig, kann mithilfe der Sendungsnummer der Kundenservice des Zustellers kontaktiert werden. Dieser ist meist telefonisch oder bei Twitter und Facebook zu erreichen. "So kann man sich einen eventuell unnötigen Gang in die Filiale ersparen", rät Kuhlmann.

Anhand der Unterschrift des Empfängers könne geschaut werden, bei welchem Nachbarn das Paket gelandet ist, sagt die DHL-Sprecherin. "Unsere Mitarbeiter können nachvollziehen, ob der Fehler bei uns liegt oder der Nachbar das Paket möglicherweise selbst behalten möchte." Dann können je nach Einzelfall Ersatzansprüche gegen den Nachbarn, den Zusteller oder den Absender geltend gemacht werden.

… Benachrichtigung ohne Informationen?

Wenn der Adressat eine Benachrichtigung ohne Angaben im Briefkasten entdeckt, kann er anhand der Sendungsverfolgung schauen, wo das Paket abgegeben wurde. "Wenn es keine Sendungsnummer gibt und die Verfolgung somit nicht möglich ist, kann es schwierig werden", sagt Kuhlmann. Sie rät dazu, den Kundenservice der Post zu kontaktieren. "Der kann in solchen Fällen anhand der Adresse weiterhelfen." Manchmal kann sich aber auch der Gang in die übliche Postfiliale lohnen.

Ist das Paket verloren gegangen und weder beim Nachbarn noch in einer Filiale auffindbar, kann ein Nachforschungsantrag gestellt werden. Dieser Antrag gilt jedoch nicht grundsätzlich für alle Sendungen, die ohne eindeutige Benachrichtigungskarte zugestellt wurden. Außerdem kann er nur vom Absender gestellt werden - also beispielsweise dem Online-Shop.

In der Regel unternehmen Zusteller mehrere Versuche, das Paket an den Empfänger auszuliefern. Bei DHL muss der Adressat eine Zweitzustellung beauftragen. Hermes probiert hingegen vier Mal, eine Sendung zuzustellen. Bei DPD gibt es nur einen Zustellungsversuch. Kann das Paket nicht bei einem Nachbarn abgegeben werden, landet es in einer Filiale oder einem Paketshop. Dort wird es eine Woche aufbewahrt und anschließend zurück an den Absender geschickt.

... Beschwerde?

Manchmal klingelt der Paketbote aber auch erst gar nicht, weil der Empfänger vielleicht im vierten Stock ohne Aufzug wohnt. Dann hilft nur noch eine Beschwerde. Diese kann an unter anderem an die Twitter-Account von DHL, Hermes oder DPD gerichtet werden. Zudem kann man seinen Ärger bei der Twitter-Seite Paket-Wut oder dem Online-Auftritt der Verbraucherzentrale Paket-Ärger kund tun. Telefonisch erreicht man die Beschwerde-Hotline der DHL unter 02284333112. Bei Hermes kann man sich unter 018063112111 beschweren.

 

Quelle: n-tv.de

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