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Monsterbacke enthält laut "Foodwatch" 13 Prozent Zucker.
Monsterbacke enthält laut "Foodwatch" 13 Prozent Zucker.(Foto: picture alliance / dpa)

BGH verbietet Werbeslogan: Watsche für die "Monsterbacke"

13 Prozent Zucker enthält "Monsterbacke", ein Fruchtquark, den die Molkerei Ehrmann speziell für Kinder anbietet. Den Slogan "So wichtig wie das täglich Glas Milch" hält die Wettbewerbszentrale deshalb für irreführend. Nun landet die "Monsterbacke" vorm Europäischen Gerichtshof.

Der Joghurthersteller Ehrmann muss sich wohl einen neuen Slogan ausdenken, um seinen Fruchtquark "Monsterbacke" zu bewerben. Denn der Bundesgerichtshof hat den bisherigen Werbespruch "So wichtig wie das tägliche Glas Milch!" für unzulässig erklärt. Es handle sich dabei um eine gesundheitsbezogene Angabe und diese sei nicht mit der europäischen Verordnung über "nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel" vereinbar, fanden die Richter.

Eine Chance bleibt Ehrmann aber noch: Die Firma kann sich den Spruch EU-weit behördlich genehmigen lassen, wenn die Aussage in wissenschaftlichen Studien bestätigt wird. Die BGH-Richter legten den Fall auch dem Europäischen Gerichtshof vor. Der soll nun klären, ob Ehrmann die EU-Verordnung von 2006 zu Hinweispflichten über den Nährwert von Lebensmitteln bereits 2010 erfüllen musste, als das Unternehmen erstmals mit dem umstrittene Slogan für "Monsterbacke" warb.

BGH sieht keine Irreführung

Die im Ausgangsverfahren klagende Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hält den Slogan für den Quark für irreführend, weil auf der Verpackung nicht auf den gegenüber Milch erheblich höheren Zuckergehalt hingewiesen werde und auch andere Angaben fehlten. "Monsterbacke" kommt auf einen Zuckeranteil von 13 Prozent. "Hier wird die Karte Gesundheit gespielt und das positive Image der Milch genutzt", sagte die Juristin der Wettbewerbszentrale, Christiane Köber.

Eine Irreführung der Verbraucher sieht der BGH in der Aussage hingegen nicht. Den Käufern werde "deutlich gemacht, dass es sich um etwas anderes handelt als um Milch", so der Vorsitzende Richter Joachim Bornkamm. Die Wettbewerbszentrale geht nun von einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes etwa zur Mitte des nächsten Jahres aus.

Die Molkerei Ehrmann erklärte auf Anfrage zur BGH-Entscheidung lediglich: "Wir respektieren die Verweisung an die nächsthöhere Instanz und werden weiterhin das laufende Verfahren nicht kommentieren." Die Verbraucherorganisation Foodwatch nahm den Fall zum Anlass, um erneut Maßnahmen der Politik gegen Verbrauchertäuschung zu fordern. Solange die Politik beim Schutz der Verbraucher vor Werbeschwindel weiterhin versage, bleibe nur der Sisyphos-Weg über die Gerichte, der das grundsätzliche Problem nicht lösen könne. "Die Monsterbacken lauern überall, denn im Lebensmittelmarkt hat irreführende Werbung System", erklärte Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelwerbung bei Foodwatch.

Quelle: n-tv.de

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