Ratgeber

Voll auf zwei Beinen: Wegen Trunkenheit als Fußgänger zur MPU?

Da die Zahl der Alkoholsünder, die zum Idiotentest müssen, sinkt, wird kurzerhand über eine Senkung der Promillegrenze diskutiert. Doch muss man zwangsläufig mit einem Gefährt unterwegs sein, um zu der teuren und lästigen Maßnahme verdonnert zu werden?

Ein Rausch hat so seine Tücken.
Ein Rausch hat so seine Tücken.(Foto: imago/Medicimage)

Betrunken am Straßenverkehr teilzunehmen, ist keine gute Idee. Vor allem deshalb, weil man so die Gesundheit anderer und nicht zuletzt die eigene aufs Spiel setzt. Zudem drohen bei entsprechendem Promillewert hinterm Steuer drakonische Strafen. Neben Führerscheinentzug und einer Geldstrafe kann der Verkehrssünder auch zur Teilnahme an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) verdonnert werden. Bleibt der Missetäter dieser fern, gibt es den Führerschein nicht zurück.

Derzeit wird darüber diskutiert, ob die Grenze, ab der erstmals unter Alkoholeinfluss erwischte Kraftfahrer zur MPU müssen, bundesweit von 1,6 auf 1,1 Promille sinken soll. Nicht zuletzt deshalb, weil die Zahl der Alkoholsünder, die zum "Idiotentest" müssen, kontinuierlich zurückgeht. Aber auch, weil eine bundesweit einheitliche Regelung getroffen werden soll. So gilt beispielsweise bereits in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin die 1,1 Promillegrenze.

Ungeachtet dessen betrifft die MPU nicht nur Kraftfahrer, die zu tief ins Glas geschaut haben, sondern auch Verkehrsteilnehmer, die durch andere Verkehrsvergehen acht Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister gesammelt haben. Auch sie bekommen erst nach erfolgreich bestandener MPU ihren Führerschein zurück.

Und was gilt für Fußgänger?

Es ist ja nicht unüblich, auch außerhäusig das eine oder andere Glas zu leeren. Zwangsläufig nimmt man spätestens auf dem Heimweg am Straßenverkehr teil. So ist es zwar grundsätzlich löblich, auf dem Rückweg unter Alkoholeinfluss etwaiges Gefährt stehen zu lassen, vor Schaden muss dies allerdings nicht zwangsläufig bewahren. Neben den üblichen Risiken starken Alkoholkonsums ist es beispielsweise möglich, dass der Zecher auch als Fußgänger einen Verkehrsunfall verursacht. Bekommt es die Fahrerlaubnisbehörde mit, dass Alkoholkonsum an dem Fehlverhalten schuld war, kann diese die Vorlage eines MPU-Gutachtens fordern.

Dies ist auch dann möglich, wenn bei torkelnden Passanten ein besonders hoher Promillewert festgestellt wird. Zwar ist es grundsätzlich nicht verboten, sich alkoholisiert in der Öffentlichkeit aufzuhalten; auch benötigt man dazu keinen Führerschein. Ist man jedoch auffällig geworden, kann die Behörde bei entsprechender Kenntnis die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs infrage stellen - mit einer MPU als Konsequenz. Wer diese dann verweigert, dem kann von der Fahrerlaubnisbehörde der Führerschein entzogen werden. 

Quelle: n-tv.de

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