Freitag, 03. April 2009
Lieber Finger weg: Weichmacher in Kinderuhren
Kunststoffarmbänder von Kinderuhren enthalten häufig gesundheitlich bedenkliche Weichmacher. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart. Die Prüfer nahmen 44 Kinderuhren unter die Lupe, 22 waren aus weichgemachtem PVC hergestellt. Von diesen 22 Uhren enthielten 17 ein oder mehrere Vertreter der gesundheitlich bedenklichen Phthalate. Festgestellt wurden Konzentrationen von ein bis 50 Prozent, so das CVUA.
Da das Amt bislang weder Hersteller noch Modelle nennt, rät die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, keine Kinderuhren mit PVC zu kaufen. Dem CVUA zufolge kommen Kunststoffe wie Polyethylen ohne Weichmacher aus. Gleiches gelte für Silikonkautschuk. Die Materialien seien für Verbraucher allerdings nicht ohne weiteres zu unterscheiden, da die Armbänder in allen Fällen aus weichen und biegsamen Kunststoffen bestehen. Die Verbraucherzentrale rät daher, den Händler nach den verwendeten Materialien zu fragen.
Von einigen Phthalaten sei bekannt, dass sie wie Hormone wirken und so die Fortpflanzung und die Entwicklung beeinflussen können, so das CVUA. Da die Weichmacher im Kunststoff nicht fest gebunden sind, könnten sie bei intensivem Hautkontakt über den Schweiß in den Körper aufgenommen werden. Seit Anfang 2007 sind dem Amt zufolge drei Vertreter für den Einsatz bei Spielzeug und Babyartikeln gesetzlich verboten. Für Bedarfsgegenstände gelte dieses Verbot allerdings nicht, erklärt die Verbraucherzentrale.
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