Zusatzbeiträge auf breiter FrontWelche Krankenkassen verzichten
Die Krankenkassenbeiträge werden steigen – und zwar auf breiter Front. Einige Krankenkasse haben angekündigt, die Beiträge zum 1.1.2010 stabil zu halten.
Die Krankenkassenbeiträge werden steigen – und zwar auf breiter Front. Davon geht der Spitzenverband der Krankenkassen aus. Trotz der vom Bund zugesagten Steuerzuschüsse in Milliardenhöhe ist die finanzielle Lage vieler Krankenkassen kritisch. Treffen wird es wohl die Mehrzahl der gesetzlich Krankenversicherten, wenn man den Angaben des Spitzenverbandes Glauben schenkt.
Einige Krankenkassen schließen eine Beitragserhöhung zum 1. Januar 2010 aus. Hierzu gehören die Barmer und die Techniker, die in den vergangenen neun Monaten noch nicht in die roten Zahlen gerutscht sind. Beide Kassen haben zusammen rund 15 Millionen Versicherte. Auch der Verband der Betriebskrankenkassen erwartet keine Erhöhungswelle zu Jahresbeginn, da noch viele Kassen über Rücklagen verfügten und den Beitrag möglichst lange stabil halten wollen.
Noch Mitte November war auch noch von der DAK zu hören, dass die Erhebung von Zusatzbeiträgen zum Jahreswechsel ausgeschlossen sei. Einem Bericht der Rheinischen Post zufolge, werden DAK-Versicherte zwar nicht am 1. Januar zur Kasse gebeten, aber bereits am 1. Februar soll der Zusatzbeitrag fällig werden. Die DAK ist mit rund 4,6 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands.
Rechnerisch sechs Euro monatlich
Geht man von einer Finanzierungslücke von 3,6 Milliarden Euro aus, kommt auf die Versicherten durchschnittlich ein Zusatzbeitrag in Höhe von sechs Euro monatlich zu. Dieser ist unabhängig vom Einkommen allein von den Arbeitnehmern zu zahlen. Die DAK geht laut Kölner Stadt-Anzeiger davon aus, dass spätestens 2011 praktisch alle Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben werden, da dann für 2009 gewährte Kredite des Bundes zurückgezahlt werden müssen.
Das Bundesversicherungsamt hatte bereits in diesem Jahr mit der Erhebung von Zusatzbeiträgen gerechnet. Viele Krankenkassen versuchten dies jedoch durch Fusionen abzuwenden. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Zahl der Krankenkassen laut Bundesversicherungsamt bereits um über neun Prozent gesunken, denn 2010 bringt auch eine entscheidende Neuerung für die Krankenkassen: Diese können künftig Pleite gehen.