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Neben der Spur: Wenn Autofahrer irren

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Man muss nicht die Straßenverkehrsordnung auswendig lernen, um an den Führerschein zu kommen, ... (Foto: dpa)

Man muss nicht die Straßenverkehrsordnung auswendig lernen, um an den Führerschein zu kommen, ...

Man muss nicht die Straßenverkehrsordnung auswendig lernen, um an den Führerschein zu kommen, ...

... und um ihn zu behalten, reicht es normalerweise auch, sich an einige grundlegende Regeln zu halten:

Nicht sehr viel schneller fahren als erlaubt ist da ganz hilfreich, rote Ampeln zu respektieren ebenfalls.

Und auch dass man mit Alkohol im Blut nicht ans Steuer sollte, ist jedem Autofahrer bekannt.

Kleinere Vergehen kosten zwar nicht den Führerschein, aber zumindest ein Bußgeld und manchmal auch ein paar Punkte in Flensburg. Das ist insbesondere dann ärgerlich, wenn man sich des Fehlers gar nicht bewusst war. Rechtsirrtümer sind auch im Straßenverkehr verbreitet.

Das gilt etwa für das Handyverbot am Steuer. Dass Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung verboten ist, weiß jeder.

Nicht jedoch, dass auch das Wegdrücken eines Anrufs als Handynutzung zählt und damit genauso geahndet wird wie das Telefonieren: mit 40 Euro Bußgeld. Am besten, man lässt komplett die Hände vom Mobiltelefon, denn selbst das Ablesen der Uhrzeit auf dem Display gilt als verbotene Bedienung, genauso wie SMS tippen oder lesen, Apps abrufen oder Fotografieren. Das Verbot gilt, so lange der Motor läuft, also auch an der Ampel oder im Stau, sofern der Wagen keine Start-Stopp-Automatik hat.

Apropos Stau: Wenn nichts mehr geht, dürfen Motorradfahrer rechts überholen - oder?

Falsch. Zwar ist die Verlockung groß, sich zwischen den kriechenden Autos durchzuschlängeln, erlaubt ist das aber nicht. Zumindest nicht, wenn die Motorradfahrer dafür rechts an Autos vorbeifahren. Auch der Seitenstreifen ist tabu.

Wer überholen will, muss grundsätzlich links vorbei, darf dabei aber die Fahrbahnmarkierung nicht verlassen. In der Praxis dürfte das oft an mangelndem Platz scheitern.

Andere Zweiräder sind da bessergestellt: Rad- und Mofafahrer dürfen vorsichtig rechts an wartenden Autos vorrollen. Das gilt im Stau genauso wie vor einer roten Ampel.

Auch bei Einbahnstraßen gilt nicht unbedingt gleiches Recht für alle. Radler dürfen sie oft in beide Richtungen befahren. Sofern es keine Vorfahrtsschilder gibt, gilt an den Einmündungen die "Rechts vor Links"-Regelung. Wer glaubt, er könne Einbahnstraßen bei der Vorfahrt ignorieren, der irrt sich also.

Es gibt viele Anlässe, die Lichthupe zu verwenden. Legal sind allerdings die wenigsten von ihnen. Aufblenden ist auch dann verboten, wenn es höflich gemeint ist, etwa als kurzer Dank oder um Vorfahrt zu gewähren. Auch darf man andere Autofahrer nicht per Lichtsignal vor einer Radarfalle warnen. Erlaubt ist die Lichthupe hingegen dort, wo es die wenigsten vermuten würden: ...

... außerorts beim Überholen. Allerdings nur, um dem Vorausfahrenden das Überholmanöver anzukündigen und auch nur, wenn keine entgegenkommenden Fahrer geblendet werden. Mehrmaliges Aufblenden oder dichtes Auffahren ist strafbare Nötigung.

Das gilt auch dann, wenn der Vordermann nicht so fährt, wie man das gerne hätte und beispielsweise ewig auf der Mittelspur herumlungert. Zwar gilt auch auf dreispurigen Autobahnen das Rechtsfahrgebot. Das heißt aber nicht, dass man nach dem Überholen so schnell wie möglich wieder auf die rechte Spur zurückkehren muss.

Sofern man auf der mittleren Spur nicht langsamer unterwegs ist als der Verkehr rechts, ist das kein Verkehrsverstoß. Grundlos blockieren darf man die Mittelspur allerdings nicht: Sofern die rechte Spur auf weite Strecken frei ist, muss man sie auch nutzen. Auch dann, wenn in der Ferne noch ein weiteres Fahrzeug in Sicht ist, dass man später vielleicht überholen muss.

Nachts, bei Dämmerung und bei schlechter Sicht ist das Abblendlicht Pflicht. Wer mag, kann die Scheinwerfer auch tagsüber einschalten. Aber gilt das auch fürs Standlicht? In Paragraf sieben der Straßenverkehrsordnung heißt es schließlich ausdrücklich, dass mit Begrenzungsleuchten allein nicht gefahren werden darf.

Das bezieht sich aber nur auf die Fälle, in denen eigentlich das Abblendlicht zum Einsatz kommen müsste. Will man tagsüber die eigene Sichtbarkeit erhöhen, wird sich kein Ordnungshüter am Standlicht stören.

Die Nebelschlussleuchten hingegen darf man nur aus einem Grund anknipsen: dichter Nebel mit einer Sichtweite von weniger als 50 Metern. Gleichzeitig darf man dann nicht schneller als 50 km/h fahren. Wer glaubt, die Nebelschlussleuchte sei auch bei Dauerregen angebracht, der täuscht sich. Weil andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden können, gibt es bis zu 25 Euro Bußgeld.

Viel öfter als die Nebelleuchten schalten Autofahrer die Stereoanlage ein. Dass man Musik so laut aufdrehen darf, wie man möchte, ist allerdings ein Irrtum.

Das Gehör darf durch die Beschallung nicht so beeinträchtigt werden, dass man vom restlichen Verkehr nichts mehr mitbekommt. Spätestens wenn man ein Martinshorn überhört, dürfte diese Grenze überschritten sein. Das gilt übrigens unabhängig davon, ob die Musik aus Boxen kommt oder - wie bei Radfahrern und Fußgängern - aus dem Kopfhörer.

Die größte Herausforderung kommt oft erst nach der Strecke bei der Parkplatzsuche. Verlockend sind kostenlose Privatparkplätze, etwa von Supermärkten, Restaurants, Arztpraxen. Zumindest außerhalb der Öffnungszeiten sollte man sie doch auch als Nicht-Kunde nutzen dürfen, oder?

Wer das versucht, muss seinen Wagen womöglich später suchen gehen. Grundsätzlich dürfen widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge von Privatparkplätzen abgeschleppt werden - auch außerhalb der Öffnungszeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob auf der Fläche noch genügend andere Plätze frei sind.

Ein Zettel hinter der Windschutzscheibe hilft da wenig - auch nicht, wenn die Handynummer vermerkt ist. Im Einzelfall mag das vielleicht ein Abschleppen verhindern, doch ein Recht auf Schadensvermeidung hat man als Falschparker nicht.

Abschleppsicher steht das Auto auf öffentlichen Parkplätzen. Doch was, wenn der Parkscheinautomat streikt? Heißt das, dass man kostenlos parken kann? Nicht unbedingt. Nimmt der Automat nur bestimmte Münzen nicht, dann muss man sich andere besorgen. Ist ein anderer funktionierender Automat in der Nähe, muss man den Parkschein dort ziehen.

Nur wenn es wirklich keine Möglichkeit gibt, an einen Parkschein zu kommen, geht es ohne. Dann muss man allerdings eine Parkscheibe verwenden. Dabei darf man nicht länger stehen bleiben als laut Höchstparkdauer auf dem Automaten zulässig.

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