Ratgeber

Verkäufer in Verzug : Wenn das Schnäppchen nicht kommt

Die Ware ist bezahlt und die Vorfreude groß. Nach wie vor sind Online-Auktionen beliebt. Doch die Anonymität des Netzes birgt Risiken. Zum Beispiel dann, wenn der Verkäufer die Ware nicht liefert.

(Foto: imago stock&people)

Grundsätzlich gilt: Wird ein Artikel auf einem Online-Auktions-Portal wie Ebay erworben, ist rechtlich ein Kaufvertrag zustande gekommen. Dabei ist das Einstellen des Artikels als verbindliches Kaufangebot zu bewerten. Der Bieter, der innerhalb der vorgegebenen Zeit das höchste Angebot abgegeben hat, wird zum Käufer. Dieser ist dann zur Bezahlung des Kaufpreises verpflichtet. Ist das Geld für den entsprechenden Artikel auf dem Konto des Käufers überwiesen, ist dieser wiederum zur Lieferung der Ware verpflichtet. Doch was ist zu tun, wenn das vermeintliche Schnäppchen nicht geliefert wird?

Wer die Ware mit PayPal bezahlt hat, muss sich keine Gedanken machen - hier besteht ein Käuferschutz. Das Unternehmen prüft den entsprechenden Käuferschutzantrag. Ist dieser berechtigt, gibt es den Kaufpreis und die Versandkosten zurück. 

Ansonsten muss dem Verkäufer zunächst eine angemessene Zeit für den Versand eingeräumt werden. In der Regel sollte die Ware innerhalb von zwei bis drei Wochen beim Käufer sein. Ist dies nicht der Fall, sollte der Verkäufer den säumigen Verkäufer zunächst mit einer E-Mail an die Lieferung erinnern. Kommt keine Reaktion, sollte per Einschreiben mit Rückschein zur Lieferung aufgefordert werden und ein konkretes Datum als Frist genannt werden, bis wann die Lieferung zu erfolgen hat. Reagiert der Verkäufer auch darauf nicht, befindet sich dieser in Verzug - der Käufer kann vom Vertrag zurücktreten und sein Geld zurückverlangen. Auch dies sollte sicherheitshalber wieder als Einschreiben mit Rückschein erfolgen. Wichtig ist es, alle schriftlichen Forderungen zu unterschreiben.

Sollte auch jetzt noch keine Reaktion erfolgen, kann der Geprellte zum Anwalt gehen und den Verkäufer verklagen. Die Anwaltskosten sind dabei als Verzugsschaden vom Verkäufer zu tragen.

Auch wenn das Angebot noch so reizvoll klingt: Um sich vor Ärger zu schützen, sollten Kaufinteressenten sich den Verkäufer im Rahmen der Möglichkeiten genau angucken. Im einzelnen gilt zu beachten:

  • Wie viele Bewertungen hat der Verkäufer?
  • Wie lange ist der Account schon registriert?
  • Für was hat er die Bewertungen erhalten? Nur für Käufe oder verkaufte Billigartikel?
  • Gibt es Negativbewertungen und warum wurden sie erteilt?

Hier finden Sie eine günstige Rechtsschutzversicherung  

Quelle: n-tv.de

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