Ratgeber

Gefahr fürs Haus: Wenn der Holzwurm nagt

Alte Fachwerkhäuser zeigen: Holz kann sehr haltbar sein, allerdings nur wenn die Bedingungen stimmen. Ansonsten kann Holz von Insekten und Pilzen zerstört werden - und zwar innerhalb kurzer Zeit. "Vor allem feuchte Gebäude werden von diesen Schädlingen gerne heimgesucht", sagt Klaus Kellhammer vom Verband Privater Bauherren (VPB). Die holzzerstörenden Schädlinge zersetzen das Holz und verringern die Stabilität des Hauses. Im Extremfall kann die Konstruktion sogar einstürzen.

Zerstörerische Larven

Sichtbare Zeichen für einen Befall mit Holzschädlingen sind frisches Bohrmehl, aber auch Ausfluglöcher an Holzteilen. Häufige Plagegeister bei Insektenbefall sind vor allem die Larven des Hausbockkäfers, des Gemeinen Nagekäfers und des Braunen Splintholzkäfers. Denn nicht die Käfer, sondern deren Larven sind die eigentlichen Bauholzzerstörer, da sie bis zum Schlüpfen im und vom Holz leben. Dabei fressen sie Gänge ins Holz.

Beim Holzbockkäfer kann die Larve bis zu zehn Jahre im Holz leben, bevor der Käfer es verlässt und Ausfluglöcher auf Schädlingsbefall hinweisen. Entsprechend lange bleibe der Schaden, den die Larven anrichten, unentdeckt, so die Autorinnen Christel Sachs und Jutta Koop in ihrem Buch "Ungebetene Hausgäste". Die Balken könnten dann schon so weit ausgehöhlt sein, dass beim nächsten Sturm das ganze Dach zusammenbricht.

Fachfirmen können Holzschädlinge mit verschiedenen Maßnahmen bekämpfen. Bewährt hat sich das sogenannte Heißluftverfahren. Dieses nutzt die Tatsache, dass Insekten hohe Temperaturen in der Regel nicht überleben.

Pilzbefall

Neben Insekten bereiten auch Pilze vielen Besitzern alter Häuser Probleme. "Zu den typischen Pilzen, die verbautes Holz befallen, gehören der sogenannte Echte Hausschwamm und der Braune Kellerschwamm", erklärt Kellhammer. Die Pilze nutzen zum Beispiel feuchte Stellen, die durch einen unentdeckten Bauschaden entstanden sind, um ihr Zerstörungswerk zu beginnen. Für Laien ist ein Pilzbefall fast unmöglich zu erkennen. Oft liegt der Schaden versteckt unter Konstruktionen, beispielsweise von Balkendecken.

"Besonders gefährlich ist der Echte Hausschwamm", warnt Kellhammer. Der Pilz entwickle sich unter günstigen Bedingungen recht schnell und richte in kürzester Zeit erhebliche Schäden am Holz an. Die Sporen des Echten Hausschwammes siedelten sich auf dem Holz an, wo er die Nährstoffgrundlage für seine Weiterentwicklung über die Myzelien bis hin zum Fruchtkörper finde. Die Myzelstränge wüchsen auch auf anderen porösen Baustoffen wie Mauerwerk. Dabei transportierten sie Feuchtigkeit. Wenn sie wieder auf Holz treffen, seien sie in der Lage, es mit ihrer Eigenfeuchte zu befeuchten, um es dann zu zerstören.

Pilzen wie dem Echten Hausschwamm kann zu Leibe gerückt werden. Voraussetzung ist eine gründliche Untersuchung durch Spezialisten, die den Pilz zweifelsfrei zuordnen. Bei Hausschwamm muss das befallene Holz mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter über den erkennbaren Befall hinaus ausgetauscht werden. Das Mauerwerk wird dann mit für die Schwammbekämpfung zugelassenen Mitteln behandelt und anschließend abgeflammt.

Quelle: n-tv.de

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