Ratgeber

"Ein guter Kopftreffer": Wer auf Schüler schießt, ist den Lappen los

Wird der Führerschein eingezogen, wird dies zumeist mit groben Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung assoziiert. Doch auch wer anderweitig aus der Rolle fällt und andere gefährdet oder sogar verletzt, kann zusätzlich derart sanktioniert werden.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen allgemein-strafrechtlichen Delikten, Aggressivität und Verkehrsauffälligkeiten.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen allgemein-strafrechtlichen Delikten, Aggressivität und Verkehrsauffälligkeiten.(Foto: Arkadius Neumann, pixelio.de)

Haben Verkehrsteilnehmer acht Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister gesammelt, ist der Führerschein weg. Zurück gibt es diesen erst, wenn der Verkehrssünder erfolgreich eine Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) absolviert hat. Aber auch andere Verstöße gegen Recht und Gesetz können zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Nämlich dann, wenn die Fahrerlaubnisbehörde der Meinung ist, dass ein auch anderweitig auffällig gewordener Delinquent nicht die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs besitzt.

So wie im Falle eines Mannes, der mit einem Luftdruckgewehr auf einen Schüler geschossen hatte und diesen dadurch verletzte. Neben einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung wurde dem Täter der Führerschein entzogen. Zudem wurde eine MPU angeordnet. die dieser nicht bestand. 

Das entsprechende Gutachten bescheinigte dem Mann ein hohes Aggressionspotenzial, was wiederum zukünftig erhebliche oder wiederholte verkehrs- oder strafrechtliche Verstöße erwarten ließ. Schließlich hatte der Täter durch ein offen stehendes Wohnzimmerfenster mit seinem Luftdruckgewehr auf eine etwa 40 Meter entfernte Schülergruppe gezielt und dabei geäußert: "Das wäre ein guter Kopftreffer." Dann drückte er den Abzug. Das Geschoss traf einen 13-Jährigen an der Schulter. Der Schüler erlitt hierbei ein Hämatom.

Der Schütze wollte jedoch keinen Zusammenhang zwischen seiner Tat und seinem möglichen Verhalten im Straßenverkehr herstellen und klagte gegen den Führerscheinentzug. 

Ohne Erfolg. Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Neustadt (Az.: 3 L 168/16.NW) seien Zweifel an der Notwendigkeit und Richtigkeit des Gutachtens nicht zu erkennen. Darin wurde ausgeführt, dass Forschungsergebnisse einen engen Zusammenhang zwischen allgemein-strafrechtlichen Delikten, Aggressivität und Verkehrsauffälligkeiten belegten. So steige das Gefährdungsrisiko im Straßenverkehr mit der Anzahl allgemein-strafrechtlicher Delikte. Personen, die außerhalb des Straßenverkehrs wenig Rücksicht auf Regeln und Gesetze nehmen würden, setzten sich auch beim Fahren leicht über die Verkehrsbestimmungen hinweg. 

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen