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Eine hohe Dividende kann auch in die Irre führen.
Eine hohe Dividende kann auch in die Irre führen.(Foto: imago/Ralph Peters)
Samstag, 29. April 2017

Endlich Rendite?: Wie Anleger von Dividenden profitieren

Der Deutsche Aktienindex ist auf Rekordkurs - Anleger aber meiden Aktien nach wie vor. Dabei können sie neben Kursgewinnen bei vielen Papieren auch noch eine jährliche Ausschüttung einstreichen. Die Dividendensaison läuft bald auf Hochtouren.

Es ist ein wenig paradox: Die meisten Sparer in Deutschland machen nach wie vor einen weiten Bogen um Aktien. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) ist die Zahl der Aktionäre im vergangenen Jahr sogar leicht gesunken.

Knapp 8,98 Millionen Menschen besaßen 2016 Aktien oder Anteile an Aktienfonds - etwa 30.000 weniger als ein Jahr zuvor. Nur jeder siebte Bundesbürger steckt damit direkt oder indirekt Geld in Aktien. Und das, obwohl die Kurse an den Börsen derzeit von einem Rekord zum nächsten eilen, während das immer noch beliebte Sparbuch kaum bis gar keine Zinsen bringt.

Aktiendividenden eine feine Sache?

Dabei kann sich ein Investment in Aktien lohnen: 46,3 Milliarden Euro schütten die Aktiengesellschaften hierzulande voraussichtlich in diesem Jahr an Dividende an ihre Anleger aus - so viel wie noch nie. Das zeigt die Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der privaten FOM Hochschule in Essen und der Research-Plattform "Dividenden-Adel". Den größten Teil des Geldes überweisen die 30 Dax-Gesellschaften mit 31,6 Milliarden Euro. Die Gewinnbeteiligung von 640 untersuchten AGs steigt damit in diesem Jahr gegenüber 2016 um rund 9 Prozent.

Noch beeindruckender sieht es aus, wenn man einen Blick auf die Dividendenrendite wirft, also die Dividende geteilt durch den Aktienkurs. Allein bei den 30 Aktiengesellschaften aus dem deutschen Leitindex Dax beträgt diese in diesem Jahr im Schnitt voraussichtlich etwa 2,8 Prozent, hat der Fondsverband BVI ermittelt. Bei einzelnen Unternehmen kann die Dividendenrendite sogar bei 5 Prozent liegen.

Von solchen Werten können Sparer bei verzinsten Anlagen derzeit nur träumen: Gerade einmal 0,16 Prozent Zinsen bekommen sie nach Angaben der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main im Schnitt für Einlagen auf einem Tagesgeldkonto. Eine Festgeldanlage mit einer Dauer von zwölf Monaten bringt im Schnitt 0,22 Prozent. Und für das Sparbuch hat FMH im Durchschnitt magere 0,04 Prozent errechnet (Stand 24. April 17).

"Aktiendividenden sind eine feine Sache", erklärt deshalb Hubert Thaler, Vorstand der Top Vermögen AG in Starnberg. Kann ein Unternehmen seine Anteilseigner am Gewinn beteiligen, ist das grundsätzlich ein gutes Zeichen - für die Geschäfte der Firma und den Anleger gleichermaßen. "Was der Investor als Rendite ausgeschüttet bekommt, kann ihm keiner mehr nehmen."

Doch ganz so einfach ist es dann nicht. Denn eine hohe Dividende kann auch in die Irre führen. "Es gibt tatsächlich Firmen, die ihren gesamten Jahresgewinn ausschütten", erläutert Thaler. "Selbst in schlechten Jahren." Das Problem: Das ausgeschüttete Geld lässt sich dann nicht mehr investieren, was wiederum die langfristige Substanz eines Unternehmens gefährden kann.

Dividenden hierzulande meist einmal im Jahr

Anleger sollten also nicht blind zugreifen, sondern schauen, woher das Geld kommt. "Die Dividende sollte immer aus dem laufenden Geschäft und nicht aus den Rücklagen gezahlt werden", sagt Jürgen Kurz von der DSW. Eine Ausschüttungsquote von 30 bis 50 Prozent der Gewinne ist nach Ansicht von Experten ein gutes Zeichen dafür, dass die Geschäfte des Unternehmens grundsätzlich gut laufen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für Anleger: Die Dividende sollte kontinuierlich gezahlt werden. "Gelingt es einem Unternehmen, die Dividende über längere Zeit mindestens konstant zu halten, spricht das für die Robustheit des Geschäftsmodells", erklärt Thaler. Zehn Jahre sollte die Ausschüttung ohne Unterbrechung gezahlt worden sein. Noch besser ist es, wenn Aktiengesellschaften ihre Ausschüttungen zudem kontinuierlich erhöhen können.

Grundsätzlich sollten Anleger aber nicht nur auf die jährlichen Ausschüttungen schauen, sondern ihr Depot breit aufstellen. Die Stiftung Warentest empfiehlt als Basisanlagen börsengehandelte Indexfonds (ETFs) auf den globalen oder europäischen Aktienmärkten.

Ideal sind aus Sicht der Experten etwa ETFs, die den MSCI World, den MSCI Europe oder den Stoxx 600 Europe abbilden. Dividendenfonds bieten in der Regel keine breite Länder- und Branchenmischung und sind deshalb eher als Beimischung geeignet.

Und: Dividenden werden hierzulande meist einmal im Jahr gezahlt. Die meisten Unternehmen schütten ihre Gewinnbeteiligungen in diesem Jahr von Mitte April bis Anfang Juni aus, anders als zum Beispiel in den USA. Dort werden die Dividenden in der Regel quartalsweise gezahlt. Auch auf den europäischen Kurszetteln gibt es zahlreiche Firmen, die quartalsweise oder zumindest halbjährlich Dividenden ausgeben.

Ein solcher steter Geldfluss könnte Anleger positiv beeinflussen, glaubt Christian Röhl von der Research-Plattform Dividenden-Adel. "Dieser monetäre Nieselregen ist die beste Motivation, sich vom hektischen Auf und Ab der Kurse freizumachen." Nur wer seine Aktien nicht in Panik verkauft, könne auch in Zukunft Dividenden kassieren.

Quelle: n-tv.de

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