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"Cyber Monday" bei Amazon : Wie gut sind die Spontanschnäppchen?

Bei Amazon ist wieder "Cyber Monday": Bis Freitag werden mehr als 10.000 Sonderangebote im Zehnminutentakt über die Seite gejagt. Viel Zeit für Preisrecherchen bleibt nicht, denn was weg ist, ist weg. Sind die Angebote verlässlich gut?

Das "Cyber" im Namen sollte man nicht zu wörtlich nehmen. Das Angebot reicht von der Winterjacke bis zum Katzenfutter.
Das "Cyber" im Namen sollte man nicht zu wörtlich nehmen. Das Angebot reicht von der Winterjacke bis zum Katzenfutter.

Das Beste an Thanksgiving ist für viele US-Amerikaner nicht der Truthahn, sondern der Tag danach: Am "Black Friday" eröffnet der Einzelhandel mit vielen Sonderangeboten das Weihnachtsgeschäft. In Deutschland ist das Phänomen zwar nicht in den Fußgängerzonen angekommen, aber online trommeln mittlerweile zahlreiche Händler zur Rabattschlacht. Allen voran Amazon. Der Branchenriese schickt dem Black Friday eine ganze Rabatt-Woche voraus. Ab Montag gibt es täglich neue "Cyber Monday"-Angebote am laufenden Band. In den letzten Tagen wurde der Hype bereits mit einem Rabatt-"Countdown" befeuert. Nun neigt man unter Zeitdruck bekanntlich nicht immer zu cleveren Entscheidungen. Sind die Blitzangebote wirklich so gut?

Um das zu überprüfen, hat sich das Onlineportal Vergleich.org die Angebote des "Cyber Monday Countdown" vorgenommen. Das Fazit: Megaschnäppchen sind zwar selten, im Schnitt war aber immerhin eine Ersparnis von gut 16 Prozent drin. Gegenüber dem üblichen Marktpreis wohlgemerkt. Bei Amazon sind meist deutlich höherer Rabatte angegeben, doch die kann man getrost ignorieren. Sie basieren auf der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller, die in der Praxis bekanntlich wenig Bedeutung hat. Stattdessen sollte man sich an den Preisen der Konkurrenz orientieren. Vergleich.org-Redakteur Thomas Lehmann empfiehlt dafür Preisportale wie idealo.de oder geizhals.de. Dabei sollte man natürlich auch die Versandkosten im Blick behalten.  

Der Clou bei Amazons Schnäppchenwoche ist die begrenzte Verfügbarkeit: Neben Tagesangeboten, die bis zu 24 Stunden laufen, starten zwischen 6 und 21.40 Uhr sogenannte "Blitzangebote" im Zehnminutentakt. Verkauft wird jeweils solange der Vorrat reicht, maximal zwei Stunden lang. Die kommenden Schnäppchen kann man sich vorher schon ansehen, in den ersten 30 Minuten dürfen aber nur Kunden zuschlagen, die für Amazons Premiumdienst "Prime" bezahlen. Es kann also sein, dass Angebote schon vergriffen sind, bevor sie überhaupt für alle zugänglich sind. Damit Artikel nicht lange blockiert und dann doch nicht gekauft werden, fliegen sie nach 15 Minuten wieder aus dem virtuellen Warenkorb.

Zu 90 Prozent ist's günstiger

Lohnt es sich, in all der Hektik einfach blind zuzuschlagen? Abgesehen von der Frage, ob man ein Produkt wirklich braucht, kann man offenbar nicht allzu viel falsch machen. Knapp sieben Prozent der im Vorfeld untersuchten Produkte gab es woanders noch günstiger, gut drei Prozent fanden sich nochmal zum gleichen Preis. Die "Chance auf einen Fehlgriff" sei "relativ niedrig", stellt Lehmann fest. Auch im letzten Jahr hätten die Kunden im Schnitt gut 16 Prozent sparen können. Am größten ist das Sparpotenzial bei Drogerie- und Körperpflegeprodukten. Im Schnitt waren sie 20 Prozent günstiger als der Marktpreis.

Trotz "Cyber" im Namen: Im hart umkämpften Technikmarkt lag der Durchschnittsrabatt im Test bei gut 13 Prozent. Hier lohnt es sich im Zweifel also, nochmal bei Konkurrenten wie Conrad oder Redcoon vorbeizuschauen. Wer Technik-Schnäppchen nicht selbst aus dem Wust von Rabattartikeln herausfiltern möchte, findet auf Seiten wie Chip.de oder winfuture.de auch einen schnellen Überblick nebst Bewertung der jeweiligen Angebote.

Die ganze Rabattwoche kann sicher auch als PR-Aktion für die Prime-Mitgliedschaft gewertet werden. Für 49 Euro können sich Amazon-Stammkunden hier Gratis-Versand, Expresslieferung und einen Netflix-Account sichern – und eben auch den früheren Zugriff auf die Blitzangebote. Wer auf die sonstigen Extras verzichten will, kann Prime einen Monat kostenlos testen und  danach beenden. Das Risiko ist überschaubar, denn auch nach Ablauf des Testmonats kann man Prime jederzeit kündigen. Dabei werden aber die bisher genutzten Vorteile angerechnet. Hat man also beispielsweise innerhalb der ersten beiden Monate schon 15 Euro Versandgebühren gespart, gibt es nur 34 Euro zurück.

Quelle: n-tv.de

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