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Dem Elsteronline-Portal steht in diesem Jahr ein Relaunch bevor.
Dem Elsteronline-Portal steht in diesem Jahr ein Relaunch bevor.

Vorausgefüllte Steuererklärung: Wird Elster jetzt einfach?

Arbeitnehmer können sich mit der Steuererklärung oft Hunderte Euro sichern, doch viele lassen die Chance ungenutzt. Die vorausgefüllte Steuererklärung soll die Arbeit noch schneller und einfacher machen. Wie geht das?

Bankverbindung, Brutto- und Nettolohn, Krankenversicherungsbeiträge – ein großer Teil der Steuererklärung besteht einfach nur im Abschreiben von Daten und Zahlen. Seit 2014 kann man sich diese Arbeit sparen. Denn seit diesem Jahr gibt es bei Elsteronline die vorausgefüllte Steuererklärung. Sie soll einfach und schnell gehen. Gerade Elster-Einsteigern mache es die Finanzbehörde aber nicht ganz leicht, so die Stiftung Warentest. Im aktuellen "Finanztest"-Heft veröffentlicht sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit bei der Steuererklärung nichts schiefgehen kann.

1. Registrieren

Man hat sich extra den Abend freigehalten, um die Steuererklärung zu machen – und kommt dann nicht mal bis zum ersten Formular. Das ist ärgerlich, aber vermeidbar. Bevor man bei Elsteronline loslegen kann, muss man sich registrieren. Das geht nur mit der Steuer-Identifikationsnummer, die beispielsweise im letzten Steuerbescheid steht. Etwa ein bis zwei Wochen nachdem die Registrierungsdaten abgeschickt wurden, bekommt man einen Aktivierungscode. Nur mit diesem Code kommt man zur eigentlichen Steuererklärung. Die Registrierung ist nur einmal nötig, bei künftigen Steuererklärungen kann man also sofort starten.

Hat man sich früher schon einmal angemeldet, dabei aber die Steuernummer anstatt der Steuer-ID verwendet, kann man damit allerdings nicht die vorausgefüllte Steuererklärung nutzen. Wer das vorhat, muss sich erneut registrieren.

2. Systemvoraussetzungen

Elsteronline ist – wie der Name schon sagt – webbasiert. Man muss sich also keine Software herunterladen wie bei Elsterformular. Auf Macs läuft Elsteronline allerdings nur mit dem Chrome-Browser. Apple-Nutzer müssen ihn eventuell noch installieren. Auf Windows-Rechnern funktioniert die Steuererklärung auch mit Firefox und Internet Explorer, auf Windows 10 auch mit dem neuen Edge 12. Linux-Freunde kommen mit Firefox weiter. Wichtig ist, dass Java im jeweiligen Browser aktiviert ist.

3. Zugangsart wählen

Bei der Registrierung kann man zwischen drei Anmeldevarianten wählen: ElsterBasis, ElsterSpezial und ElsterPlus. Die beiden letzteren sind gebührenpflichtig, für private Nutzer reicht das kostenlose ElsterBasis aber in der Regel völlig aus.

Bei allen Login-Arten bekommt man ein sogenanntes Sicherheitszertifikat zugewiesen. Die Unterschiede liegen unter anderem in der Art, wie dieses Sicherheitszertifikat, gespeichert wird. Bei ElsterBasis liegt es auf dem Rechner oder auf der Smartphone-App, bei den anderen Varianten auf einem Sicherheitsstick oder einer Signaturkarte.

Tipp von den Finanztestern: Hat man sich einmal bei Elsteronline registriert, ist man nicht auf die Steuerformulare der Finanzverwaltung beschränkt. Man kann das Sicherheitszertifikat auch in Kombination mit anderen Steuerprogrammen nutzen und so die Steuerdaten übermitteln.

4. Vorausgefüllte Steuererklärung

Der Clou der vorausgefüllten Steuererklärung: Alles, was das Finanzamt ohnehin schon weiß, ist in die Formularen bereits eingetragen. Macht man die Steuer nicht zum ersten Mal,  sind das zumindest die Basisdaten. Also Name, Geburtstag, Adresse, Kontonummer, eben alles, was sonst auf die erste Seite des Mantelbogen gehört.

Normalerweise haben die Finanzbehörden aber noch viel mehr Informationen. Gezahlte Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge, Lohnersatzleistungen, Riester- oder Rürupverträge – solche und weitere Daten müssen die zuständigen Stellen an das Finanzamt übermitteln. Dafür haben sie bis Ende Februar Zeit, Mitte März sollten die Daten dann für die vorausgefüllte Steuererklärung bereitstehen. Vorher braucht man also gar nicht anfangen.

Klingt alles recht einfach, ist es aber mal wieder nicht. Zunächst muss man sich auch für die vorausgefüllte Steuererklärung registrieren, bzw. den sogenannten Abrufcode für Steuerbelege anfordern. Dafür klickt man im "Privaten Bereich" von Elsteronline auf "Dienste" und dann auf "Belegabruf (vorausgefüllte Steuererklärung)". Den Abrufcode bekommt man dann wiederum zugeschickt, was ein paar Tage dauern kann. Erst wenn sowohl der Code als auch die nötigen Daten vorliegen, kann man die vorausgefüllte Steuererklärung nutzen. 

5. Vertrauen ist schlecht, Kontrolle ist besser

Die vorausgefüllte Steuererklärung könnte einem eine Menge Arbeit ersparen – letztlich ist sie aber fast genauso aufwendig wie Daten selbst eintragen. Das Problem: Auch die Finanzbehörden machen Fehler. Deshalb sollte man alle Einträge nochmal auf Richtigkeit überprüfen, denn letztlich muss der Steuerpflichtige dafür geradestehen, wenn die Zahlen nicht stimmen.   

Ganz sinnlos ist die vorausgefüllte Steuererklärung aber dennoch nicht. Auf diese Weise erfährt man nämlich, welche Daten das Finanzamt gespeichert hat. Und das kann ja auch ganz interessant sein. 

In diesem Jahr soll das Elsteronline-Portal übrigens komplett überarbeitet werden. Dann soll die Seite intuitiver und einfacher zu bedienen sein. Außerdem wird dann auch der Zugang über Handys und Tablets erleichtert. Und noch etwas ist neu: Im Steuerbescheid sollen Abweichungen zur Steuererklärung sichtbar gemacht werden. So kann man auf einen Blick erkennen, welche Posten das Finanzamt nicht akzeptiert hat.

Quelle: n-tv.de

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