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Freitag, 20. Oktober 2017

Nach Sturmschaden: Zahlt die Versicherung das Baumfällen?

Namen wie "Niklas" oder "Xavier" klingen harmlos. Verbergen sich dahinter Stürme, ist allerdings Schluss mit lustig. Hinterlassen diese doch oft ein Trümmerfeld und auch beschädigte Bäume. Muss die Versicherung für deren Beseitigung blechen?

Tobt ein Sturm durchs Land, hinterlässt er oft schwere Verwüstungen. Dann zahlt beispielsweise die Gebäudeversicherung Schäden am Haus durch umgefallene Bäume. Doch wie verhält es sich, wenn gar kein Gebäude betroffen ist, sondern nur der Baum beschädigt wurde und nun droht auf das Haus zu fallen? Muss die Versicherung dann auch für die Kosten aufkommen, die fällig werden, wenn das Gehölz sicherheitshalber entfernt werden muss?

Mit solchen Fragen musste sich das Amtsgericht (AG) München beschäftigen (Az.: 155 C 510/17). Hier hatte der Sturm "Niklas" den Wurzelballen einer auf einem Grundstück stehenden Scheinzypresse derart gelockert, dass diese in Schieflage geriet und drohte, auf das Haus der Eigentümer zu stürzen. Woraufhin diese eine Fällgenehmigung wegen akuter Umsturz- beziehungsweise Bruchgefahr bei der Gemeinde einholten und den Baum entfernen ließen.

Die dafür fälligen gut 1500 Euro wollten die Eigentümer der Immobilie, die im Besitz einer entsprechenden Police waren, von ihrer Versicherung ersetzt haben. Sie waren der Meinung, dass der Sturm und die dadurch verursachte Schieflage des Baumes ein von der Versicherung umfasster Schadensfall sei. Diese lehnte die Schadensregulierung ab. Nun war das AG gefragt.   

Und dieses schlug sich auf die Seite der Assekuranz. Denn eine Schadensregulierung hängt maßgeblich von dem Wortlaut der Versicherungsbedingungen ab, so das Gericht. Und hiernach sei eben noch kein Versicherungsfall eingetreten, da der Baum weder vollständig umgestürzt war noch er das versicherte Gebäude beschädigt hat.

Zwar seien grundsätzlich auch Maßnahmen zu bezahlen, die der Versicherungsnehmer zur Abwendung eines unmittelbar drohenden versicherten Schadens für sachgerecht hält. Von einem unmittelbar bevorstehenden (erneuten) Versicherungsfall, also ein Umsturz oder Bruch gerade und nur durch einen neuen Sturm, könne nicht ausgegangen werden, so das Gericht. Dass sich der Baum seit zwei Monaten in Schwebelage über dem Haus der Versicherungsnehmer befand, ist demnach kein hinreichendes Argument gegen einen zu erwartenden Umsturz etwa aus eigener Schwerkraft.    

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Quelle: n-tv.de

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