Ratgeber
Mittwoch, 15. Dezember 2010

Vieles ist überflüssig: Zusatzversicherungen im Test

Ob Chefarztbehandlung, Heilpraktikerbesuche oder Zahnersatz - mit Zusatzpolicen machen die privaten Krankenversicherer gute Umsätze. Neben den netten Extras gibt es aber einige Leistungen, die wirklich wichtig sind.

Ob Implantate oder vollverblendete Kronen - Zahnersatz kann richtig ins Geld gehen.
Ob Implantate oder vollverblendete Kronen - Zahnersatz kann richtig ins Geld gehen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Private Krankenkassen profitieren von den Leistungseinschränkungen der gesetzlichen Kassen: Allein im letzten Jahr haben sie rund 6 Milliarden Euro mit Zusatzpolicen eingenommen. Manchmal ist das Geld gut angelegt, einiges könnten sich die Versicherten aber auch sparen. "Finanztest" gibt in der Januar-Ausgabe einen Überblick.

Was wirklich wichtig ist

Elementar wichtig ist eigentlich nur die Auslandsreise-Krankenversicherung, die unter anderem für den Kranken-Rücktransport nach Deutschland aufkommt. Bei der HanseMerkur gibt es einen "sehr guten" Tarif für 9,50 Euro im Jahr. Auch die Pflegezusatzversicherung ist sinnvoll, weil sich die gesetzliche Pflegeversicherung oft als unzureichend erweist, wenn man im Alter tatsächlich zum Pflegefall wird.  

Für Selbständige ist außerdem eine Krankentagegeld-Versicherung dringend angeraten. Für jeden Tag, den man krankheitsbedingt nicht arbeiten kann, zahlt sie einen vorher festgelegten Betrag. Zwar können Selbständige, die gesetzlich versichert sind, Krankengeld auch von ihrer Kasse bekommen, allerdings springt diese erst ab der siebten Krankheitswoche ein. Das Krankentagegeld ist nicht mit dem Krankenhaustagegeld zu verwechseln. Dieses Extra-Taschengeld für Klinikaufenthalte ist für alle verzichtbar. Auch die Krankenhauszusatzversicherung ist nicht unbedingt ein Muss. Wer lediglich sichergehen will, dass er im Krankenhaus im Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht wird, zahlt den Aufpreis besser aus eigener Tasche, so Finanztest. Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer-Unterbringung schlagen bei "guten" Tarifen oft mit weit über 30 Euro im Monat zu Buche.

Sehr guter Zahnzusatzschutz

Besonders beliebt bei Kassenpatienten sind Zahnzusatzversicherungen. Die gesetzliche Regelversorgung bei Zahnersatz ist nicht gerade üppig und für aufwendigen Zahnersatz, etwa durch Implantate, ist man schnell vierstellige Beträge los. Eine ganze Reihe von Versicherern hat "sehr gute" Tarife im Angebot. Meistens funktionieren sie nach Art der Schadensversicherung, wo die Beiträge mit zunehmendem Alter steigen. Top-Bewertungen verteilte Finanztest unter anderem an Policen der Ergo Direkt, Neckermann, Barmenia, CSS und Universa. Werden die Beiträge allein durch das Eintrittsalter bestimmt, sind Tarife der HanseMerkur, Centra, Münchener Verein und SDK empfehlenswert.    

Generell sollten sich Versicherte nicht irrtieren lassen, wenn bei Zahnzusatzversicherungen oder Ergänzungspaketen für Heilpraktikerleistungen mit hoher Erstattung in Prozent geworben wird: Der Prozentsatz bezieht sich oft nur auf einen kleinen Teil der Rechnung. Zudem gibt es gerade bei Paketlösungen oft Obergrenzen von einigen hundert Euro im Jahr.

Oft handeln gesetzliche Krankenkassen mit privaten Zusatzversicherern Beitragsrabatte aus. Erste Wahl sind die Verträge laut Finanztest aber nicht unbedingt. Die Auswahl ist schließlich sehr beschränkt. Auf jeden Fall sollten sich die Versicherten auch direkt bei den  Privatunternehmen umsehen.

Krankenzusatzversicherung: Vergleichen und sparen

Quelle: n-tv.de

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