Ratgeber
In vielen Regionen müssen Haushalte mit Antennenanschluss auf DVB-T umstellen.
In vielen Regionen müssen Haushalte mit Antennenanschluss auf DVB-T umstellen.(Foto: imago/Westend61)
Samstag, 24. Dezember 2016

Was ändert sich 2017 ...: ... bei Internet, Fernsehen und Mobilfunk?

Der Rundfunkbeitrag bleibt auch 2017 in voller Höhe erhalten. Zahlungsverweigerer könnten künftig aber auch Post von Inkassobüros bekommen. Wer über Antenne fernsieht, muss womöglich bald in eine neue Set-Top-Box investieren.

2016 war in vielerlei Hinsicht ein unerfreuliches Jahr. Ob 2017 besser wird, wissen wir auch nicht. Was wir aber wissen: Das neue Jahr bringt für Verbraucher einige Änderungen. Heute: Die Neuerungen bei Internet, Fernsehen und Mobilfunk.

Neues vom Rundfunkbeitrag

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Auch 2017 müssen Haushalte 17,50 Euro Rundfunkbeitrag abdrücken. Und auch 2017 können sich Grundsicherungs- und Bafög-Empfänger von dieser Pflicht befreien lassen. Für Menschen mit Behinderungen kann es Ermäßigung geben. Neu ist, dass die Befreiung in Zukunft auch bis zu drei Jahre rückwirkend gilt. Wer den Befreiungsantrag bislang versäumt hat, muss jetzt also keinen Berg von Beitragsschulden abtragen. Angesichts des knappen Budgets der Betroffenen waren solche Rückstände bisher auch nur schwer einzutreiben.

Apropos eintreiben: Wer seinen Rundfunkbeitrag nicht bezahlt, bekommt erst mehrere Mahnungen und dann Post von Vollstreckungsbehörden. Das kann die jeweilige Kommune sein, das Finanzamt oder auch der Zoll. Ab dem nächsten Jahr können die Landesrundfunkanstalten ihre Ausstände aber auch von dritter Seite eintreiben lassen. Das ist in den geänderten Beitragssatzungen festgelegt. Künftig könnten Beitragsschuldner also auch Post von privaten Inkassobüros kriegen.

Fußballgucken kostet mehr

Will man wirklich alle Spiele der Fußball-Bundesliga live sehen, reicht das Sky-Abo dafür bald nicht mehr aus. Ab der Saison 2017/18 laufen die Freitagspartien bei Eurosport 2. Das betrifft gut 40 Begegnungen, die anderen überträgt weiterhin Sky. Damit folgt die Bundesliga dem Bundeskartellamt. Das hatte gefordert, dass sich nicht alle Live-Spiele bei einem einzigen Sender konzentrieren dürfen. Auch das Montagsspiel der 2. Liga hat sich Eurosport 2 gesichert, bislang läuft es bei Sport 1. Noch ist offen, was das Eurosport-Abo kosten wird, eine zusätzliche Set-Top-Box wird man nicht brauchen. Im Internet überträgt ab der nächsten Saison Amazon – das Unternehmen erwarb zum ersten Mal die Rechte an einer großen Fußballliga.

Roaming-Kosten werden abgeschafft

Die Smartphonenutzung soll in Biarritz künftig nicht mehr kosten als in Buxtehude.
Die Smartphonenutzung soll in Biarritz künftig nicht mehr kosten als in Buxtehude.(Foto: imago/MiS)

Alle Jahre wieder sinken pünktlich zu den Sommerferien die Roaming-Kosten in der EU. 2017 zum letzten Mal. Am 15. Juni 2017 fallen die Aufschläge fürs Telefonieren, Surfen und SMS-verschicken in den 28 EU-Staaten nämlich endgültig weg. Noch offen ist, wie die Mobilfunkanbieter künftig auf eine missbräuchliche Nutzung durch die Kunden reagieren können. Das wird in der EU derzeit noch diskutiert.

Unitymedia nicht mehr analog

Unitymedia zieht den Stecker aus dem analogen Kabelfernsehen. Das betrifft rund 1,4 Millionen Haushalte, die ihre Programme derzeit noch analog empfangen. Diejenigen von ihnen, die derzeit noch einen Röhrenfernseher nutzen, müssen dann eine DVB-C-Set-Top-Box nachrüsten. Der Empfänger wird zwischen Anschlussdose und Fernseher geschaltet und kostet ab 50 Euro.

Bei Flachbildfernsehern, die in den letzten fünf Jahren verkauft wurden, ist der DVB-C-Receiver in aller Regel schon eingebaut. Bei älteren Modellen braucht man eventuell ebenfalls eine Set-Top-Box. Für optimale Bildqualität sollte man darauf achten, dass sie HD-fähig ist. Das HD-Programmpaket kostet bei Unitymedia fünf Euro im Monat.

DVB-T2 kommt

Noch läuft DVB-T2 nur im Modellbetrieb. Am 29. März wird es in vielen Regionen aber ernst und das Antennenfernsehen wird auf DVB-T2 umgestellt. Das betrifft zunächst vor allen städtische Ballungsgebiete. Bis Mitte 2019 soll DVB-T2 in weiteren Regionen den Regulärbetrieb aufnehmen. Im Vergleich zu DVB-T bietet es mehr Programme und mit Full-HD auch bessere Qualität. Ziel ist eine Anpassung an die größeren Flachbildfernseher, die eine höhere Auflösung erfordern.

Die alten DVB-T-Empfänger lassen sich nicht umrüsten, die betroffenen Haushalte müssen sich also neue Geräte zulegen. Bei Röhrenfernsehern kommt man um einen DVB-T2-Receiver auf keinen Fall herum, bei Flachbildfernsehern muss man investieren, wenn nur ein DVB-T-Empfangsteil eingebaut ist. Viele neuere Flachbildfernseher haben DVB-T2-Empfänger aber auch schon integriert

In den Ballungszentren, die 2017 an der Reihe sind, laufen einige öffentlich-rechtliche Programme noch parallel auf DVB-T, aber nur übergangsweise. DVB-T2 ist bei ihnen kostenlos. Die Privatsender lassen sich die Ausstrahlung in HD dagegen bezahlen. Wer RTL, ProSieben und andere Programme hochauflösend empfangen will, muss knapp 70 Euro pro Jahr und Gerät kalkulieren. Wer nur die unverschlüsselten öffentlich-rechtlichen Programme empfangen will, findet DVB-T2 Set-Top-Boxen für weniger als 20 Euro. Für die verschlüsselten Privatsender braucht man eine Set-Top-Box mit eingebautem Entschlüsselungsmodul. Diese Set-Top-Boxen tragen das Logo "freenet-TV".

Quelle: n-tv.de

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