Ratgeber

Was ändert sich 2012 ...: ... bei Internet & Telefon?

Ob Hotlines, DSL- oder Mobilfunkverträge: Eine Gesetzesnovelle soll Verbrauchern das Leben leichter machen. Im Laufe des Jahres soll das neue Recht in Kraft treten, wann genau, ist aber fraglich. Sicher ist dagegen das Aus für analoges Satellitenfernsehen.

Kann der Provider am neuen Wohnort nicht mehr liefern, kommt man aus dem Vertrag heraus.
Kann der Provider am neuen Wohnort nicht mehr liefern, kommt man aus dem Vertrag heraus.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes soll die größten Ärgernisse für Internet- und Telefonkunden ausräumen. Teure Warteschleifen, Abofallen im Netz oder missglückte Anbieterwechsel sollen der Vergangenheit angehören. So hat es der Bundestag jedenfalls Ende Oktober beschlossen. Doch dann stellte sich der Bundesrat quer, jetzt muss das Gesetz in den Vermittlungsausschuss. Damit dürfte sich die Einführung verschieben, außerdem könnte es auch Änderungen am Inhalt geben. Strittig ist vor allem der Breitbandausbau auf dem Land. Die übrigen Punkte dürften wahrscheinlich ohne große Änderungen durchgehen – nur der Zeitpunkt ist noch fraglich.

Kostenlos Warten

Egal, ob beim DSL-Anbieter oder beim Stromversorger – wer in der Hotline schmort, soll dabei wenigstens nicht arm werden. Ruft man den Anbieter über eine normale Ortsnetz- oder Mobilnummer an, ist eine Wartezeit okay. Das gilt auch, wenn nach Pauschalpreis abgerechnet wird. Bei 0800er-Nummern sind Wartezeiten auch legitim, schließlich zahlt der Kunde überhaupt nichts für den Anruf. Bei anderen Sonderrufnummern darf die Zeit in der Warteschleife nicht mehr abgerechnet werden. In der Telekommunikationsbranche sieht man allerdings Schwierigkeiten in der technischen Durchführbarkeit.

Das Gesetz soll aber ohnehin nicht gleich vollständig umgesetzt werden – so es denn kommt. Es gilt einen Übergangszeitraum von einem Jahr. Drei Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes sollen aber zumindest die ersten zwei Minuten eines Anrufs kostenlos sein.

Rufnummern sperren

Um böse Überraschungen in der Telefonrechnung von vornherein auszuschließen, soll es möglich sein, teure Rufnummern wie die "0900" einfach beim Provider zu sperren. Auch die Bezahlfunktion beim Handy soll sich blockieren lassen. Wenn man dann versehentlich etwa ein Klingelton-Abo abschließt, kann der Anbieter nicht mehr aufs Konto zugreifen.

Aus für Abofallen

Abofallen sind zur Plage im Netz geworden. Wer auf Seiten mit Songtexten, Wissenstests oder Horoskopen seine Daten hinterlässt, muss sich nicht wundern, wenn wenig später die Rechnung eines ominösen Abofallen-Betreibers im Briefkasten liegt. In Zukunft sollen Verbraucher gewarnt werden, bevor sie teure Dienste abonnieren. Im Internet geschlossene Verträge über kostenpflichtige Leistungen sollen nur dann wirksam sein, wenn die Kunden bestätigen, dass sie wissen, was sie tun. Einfach auf "ok" klicken reicht nicht. Stattdessen muss es einen extra Button geben, auf dem beispielsweise "kostenpflichtig bestellen" steht.

Telefonanbieter wechseln

Ein Wechsel des Telefonanbieters ist nicht ganz risikolos: Klappt die Übergabe? Oder wird man tagelang nicht erreichbar sein? Laut Telekommunikationsnovelle muss die Umschaltung innerhalb eines Tages über die Bühne gehen. Gibt es Probleme, muss der bisherige Anbieter dafür sorgen, dass der Kunde weiterhin telefonieren kann. Diese Neuregelung gilt aber nicht von jetzt auf gleich: Tritt das Gesetz in Kraft, gibt es eine Übergangsfrist von sechs Monaten.

Mehr Rechte bei Umzug

Telefon- und DSL-Verträge werden meistens auf zwei Jahre abgeschlossen. Wer früher raus will, hat Pech gehabt. Nicht einmal bei Umzügen hat man ein Sonderkündigungsrecht – auch dann nicht, wenn der Anbieter am neuen Wohnort keinen Anschluss in bisheriger Qualität bieten kann. Oft beginnt die Mindestlaufzeit nach einem Umzug sogar noch einmal von vorn. Das geht in Zukunft nicht mehr: Gibt es am neuen Wohnort keinen gleichwertigen Anschluss, kommt man aus dem Vertrag raus. Und für die Mitnahme des Anschlusses zum neuen Wohnort darf der Anbieter nicht mehr Geld berechnen als für einen neuen Anschluss.  

Rufnummer mitnehmen

Wer seinen Mobilfunkanbieter wechselt, kann seine Rufnummer mitnehmen. Das war schon bisher so. In Zukunft soll es aber auch möglich sein, die Nummer zu portieren, während der alte Vertrag noch weiterläuft. Für den Alt-Vertrag gibt es dann eine neue Nummer. Bezahlen muss man ihn aber auf jeden Fall bis zum Ende der Laufzeit.

Abschied vom analogen Satellitenfernsehen

Rund 85 Prozent aller Haushalte, die über Satellitenschüssel fernsehen, haben schon auf Digitaltechnik umgestellt. Die übrigen sollten bald nachrüsten, sonst schauen sie nach dem 30. April in die Röhre. Die Programme von ARD, ZDF und allen Privatsendern werden ab Mai via Satellit nur noch digital ausgestrahlt. Um Satellitenschüsseln digitaltauglich zu machen, muss ein Empfangsteil montiert werden, außerdem braucht man einen digitalen Satellitenreceiver, zu erkennen am Logo DVB-S.

Kabelkunden von Unitymedia, Kabel Deutschland und Kabel Baden-Württemberg sind von der Abschaltung nicht betroffen, die analogen Programme im Kabel-TV sollen noch 30 Jahre weiterlaufen.

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Quelle: n-tv.de

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