Ratgeber

Was ändert sich ...: ... bei der Steuer?

Mieterhöhungen für Verwandte, höhere Altersgrenzen für die Lebensversicherung und ungünstigere Regelungen für einige Pendler - abgesehen von diesen Punkten bringt das neue Jahr eine Menge steuerliche Erleichterungen. Die ersten greifen auch schon dieses Jahr.

Für viele Bürger dürfte die Steuererklärung zumindest ein wenig einfacher werden.
Für viele Bürger dürfte die Steuererklärung zumindest ein wenig einfacher werden.(Foto: picture alliance / dpa)

"Steuervereinfachungsgesetz" ist ein langes Wort und noch länger ist die Liste der Veränderungen, die sich dahinter verbergen. Anfang November wurde das Gesetz offiziell verkündet, viele Regelungen treten im kommenden Jahr in Kraft, manche aber auch jetzt schon.

Werbungskosten

Das betrifft in erster Linie die Werbungskostenpauschale. Sie wird rückwirkend zum 1. Januar um 80 Euro erhöht. Glatte 1000 Euro können Arbeitnehmer in ihrer Steuererklärung für 2011 geltend machen, ohne die Kosten im Einzelnen nachweisen zu müssen. Laut Bundesregierung können sich durch die Erhöhung weitere 550.000 Steuerzahler das Belege sammeln sparen. Weil die zusätzlichen 80 Euro in den bisherigen Lohnsteuertabellen nicht berücksichtigt waren, wird dieser Betrag bei der Lohnabrechnung für Dezember der Einfachheit halber steuerfrei belassen. Ab 2012 wird er dann auf die Kalendermonate verteilt. Die Anhe­bung führt zu einer Steuerentlastung von maximal 36 Euro im Jahr.

Pendlerpauschale

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Auch an der Kilometerpauschale wird gedreht. Immer noch lassen sich für jeden Kilometer Arbeitsweg 30 Cent absetzen. Wer nicht nur das Auto, sondern auch öffentliche Verkehrsmittel nutzt, konnte bislang wählen, ob er für diese Tage die Ticketkosten einzeln geltend macht. Das geht künftig nicht mehr. Kosten für Bus und Bahn werden nur dann berücksichtigt, wenn sie höher sind als die Entfernungspauschale für das gesamte Jahr. Das spart Arbeit, dürfte für Einige aber weniger Steuerersparnis bringen, gerade für Pendler, die Park & Ride nutzen.

Betreuungskosten

Eine echte Vereinfachung gibt es hingegen für Eltern. Sie können jetzt für alle Kinder unter 14 Jahre Betreuungskosten geltend machen. Dabei ist es egal, ob die Kinder aus beruflichen oder privaten Gründen betreut werden. Die Anlage "Kind" der Steuererklärung hat dann nur noch zwei statt drei Seiten. An den Beträgen ändert sich nichts: Wie bisher dürfen Eltern zwei Drittel der Betreuungskosten von maximal 6.000 Euro von der Steuer absetzen, also höchstens 4.000 Euro pro Jahr und Kind.

Kindergeld

Auch Eltern volljähriger Kinder haben es ab 2012 leichter: Die Einkommensüberprüfung für Kindergeld und Kinderfreibeträge entfällt. Azubis und Studenten unter 25 Jahre können dann unbegrenzt verdienen. Einschrän­kungen greifen erst, wenn sich noch eine zweite Ausbildung anschließt. Dann fließt das Kindergeld nur noch, wenn der Nachwuchs nicht mehr als 20 Wochenstunden regelmäßig jobbt – und wie bisher auch nur bis zum 25. Geburtstag.

Vermietung

Wer seinen Kindern oder anderen Angehörigen ein Haus oder eine Wohnung vermietet, muss ihnen im nächsten Jahr möglicherweise eine Mieterhöhung schicken. Sonst kann man Darlehenszinsen, Reparatur- und Renovierungskosten nicht mehr von der Steuer absetzen. Mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete müssen Vermieter künftig von ihren Verwandten verlangen, bislang waren es nur 56 Prozent. Dafür entfällt aber auch die Nachweispflicht, dass man mit dem Mietverhältnis Gewinn erzielt.

Lebensversicherung

Auch bei der Besteuerung von Kapitallebensversicherungen ändert sich etwas: Bislang wird der Ertragsanteil aus Lebensversicherungsauszahlungen nur zur Hälfte besteuert, wenn der Vertrag ab dem 60. Geburtstag fällig wird. Diese Altersgrenze verschiebt sich jetzt um zwei Jahre nach hinten. Steuervorteile gibt es also erst ab 62 Jahren. Das gilt auch für Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht. Betroffen sind aber nur Verträge, die ab dem 1. Januar 2012 abgeschlossen werden. Wer ohnehin mit dem Gedanken an eine solche Altersvorsorge spielt, sollte also möglichst noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen.    

 

Quelle: n-tv.de

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