Ratgeber

Fabrikbrot und BananenSo kauft man nachhaltig

15.01.2010, 17:41 Uhr

Lange Transportwege vermeiden, Bioware kaufen und immer auf heimischen Anbau achten - so sieht nachhaltiger Konsum aus - oder? Nicht unbedingt. So hat beispielsweise das Brot aus der Fabrik eine bessere Klimabilanz als das vom Bäcker in der Nachbarschaft.

Verpackungsmüll, lange Transportwege, kurze Gebrauchszyklen – Umweltschutz fängt schon beim Einkauf an. Allerdings ist Umstellen der Konsumgewohnheiten nicht immer leicht. Zumal die Regeln für nachhaltigen Konsum manchmal gar nicht so einfach sind.

Was heißt überhaupt Nachhaltigkeit?

brot
Letztlich ist der Geschmack entscheidend. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Nachhaltiger Konsum soll Luft, Boden, Wasser, Klima, Tiere und Pflanzen schützen. Außerdem soll der Käufer soziale Kriterien bei der Herstellung beachten. Hilfestellung beim Einkauf geben Umweltsiegel wie der Blaue Engel für umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte, das Biosiegel für Lebensmittel und das EU-Energielabel für Geräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Bürotechnik. Das Deutsche Öko-Institut veröffentlicht im Internet Empfehlungen für nachhaltige Produkte aus Bereichen wie Energie, Ernährung und Kleidung. Eine zentrale Datenbank zu sämtlichen Produktbereichen gibt es bislang nicht.

Wie kann ich durch den Ernährungsstil Ressourcen schützen?

Grundsätzlich schneiden regionale Lebensmittel mit ihrer Klimabilanz besser ab als überregionale Produkte oder Waren aus dem Ausland. Nach einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) ist zum Beispiel bei Äpfeln und Bier der Kauf eines regionalen Produkts ressourcenschonender. Ein im Winter im örtlichen Gewächshaus gezüchteter Salat kommt jedoch von der Ökobilanz nicht besser weg als Blattgemüse aus südlichen Gefilden. Brot aus großen Backfabriken ist von seiner Klimabilanz her besser als Ware aus kleineren Bäckereien. Bei regionalen Produkten kann laut IFEU der Weg zum Laden entscheidend sein: Fährt man mit dem Auto, verbessert die Herkunft der Ware kaum die Nachhaltigkeitsbilanz.

Ist Ökoware grundsätzlich umweltfreundlicher?

In den meisten Fällen weisen Ökoprodukte nach Angaben des IFEU eine freundlichere Umweltbilanz aus. Dies gilt jedoch nur für die regionale Herstellung. In Österreich produzierte und in Berlin verkaufte Biomilch etwa liegt wegen des weiten Transportweges weit hinter Produkten aus lokaler Industrieproduktion.

Darf ich Produkte aus Übersee konsumieren?

Übersee-Produkte wie Bananen, Kaffee und Reis sind nicht tabu. Die Energiebilanz der Banane etwa ist wegen des langsamen Transports per Schiff nicht schlecht, bedenklicher sind aus Gründen der Frischhaltung per Flugzeug transportierte Früchte wie Papayas oder Mangos. Man sollte darauf achten, dass die Ware fair gehandelt ist. Siegel wie das grün-blaue Fair-Trade-Emblem signalisieren, dass Produzenten faire Löhne zahlen und nachhaltig wirtschaften. Auf Fair-Trade-Produkte spezialisierte Anbieter verkaufen mittlerweile eine breite Palette - von Gewürzen über Textilien bis zu Haushaltswaren.

Quelle: AFP