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In Manila herrscht ein riesiges Verkehrschaos.
In Manila herrscht ein riesiges Verkehrschaos.(Foto: Benjamin Konietzny)

Erfahrungen aus Südostasien: 5 Dinge, gelernt über Manila

Von Benjamin Konietzny, Manila

Interessante Mega-Metropole oder stadtgewordener Alptraum? Manila ist extrem: gigantisch groß, laut, voller Glanz und voller Elend. Fünf Dinge über die Hauptstadt der Philippinen.

Manila ist die viertgrößte Stadt der Welt und wird in Südostasien nur noch von Jakarta in den Schatten gestellt. Wer seine Reise hier beginnt, wird ins kalte Wasser geworfen - oder eher gesagt in eine dickflüssige Suppe, die die Lungenflügel flutet, sobald sich die Flughafentüren öffnen. Schön ist Manila nicht unbedingt. Dennoch ist es ein lehrreicher Ort, in dem sich das ganze Spektrum philippinischer Kultur spiegelt und in dem Reichtum und Elend so nah beieinanderliegen wie in kaum einer anderen Stadt auf der Welt. Fünf Erkenntnisse über die 25-Millionen-Metropole, die je nachdem, wie sensibel der Besucher ist, interessant oder ein Alptraum ist:     

1. Zeit mitbringen

Fischerboote im Manila Bay.
Fischerboote im Manila Bay.(Foto: REUTERS)

Manila ist das komplette Verkehrschaos. Es gibt zu viele Autos, einen erbärmlichen Nahverkehr, zu wenige Straßen und es gibt ganz grundsätzlich die philippinische Fahrweise, die nicht gerade zu einer effektiven Ordnung auf den Straßen beiträgt. Zur Rushhour kann der Weg zum Hotel schon einmal zwei Stunden dauern, während, um den nächtlichen Anschlussflug zu erreichen, die Strecke in 20 Minuten gefahren ist. Wer auf die Idee kommt, auch längere Strecken zu Fuß zurückzulegen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Verhältnisse auf den Gehwegen nicht weniger chaotisch sind.

2. Es geht immer noch schlimmer

Touristen übernachten nicht selten im Stadtteil Makati mit seiner eindrucksvollen Skyline, den Shoppingmalls und guten Herbergen. Straßenkinder und Bettler gehören aber auch hier zum Straßenbild und können beim frisch eingereisten Wohlstandsbürger durchaus den ersten Kulturschock verursachen. Doch das ist nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisberges. In Richtung Downtown Manila wird es immer heftiger: ausgehungerte Bettler, Straßenkinder, hier und da ein Autowrack am Straßenrand. So viel Fortschritte die Philippinen in den vergangenen Jahren gemacht haben - die Armut hält sich in dem Land hartnäckig und gipfelt in Manila in Slums wie Tondo oder Payatas. Wer jemals vom Elend in Manila gehört hat, wird sich in Makati fragen, wo denn das bitte sein soll. Antwort: in Downtown. In den Slums leben weit über vier Millionen Menschen unter Bedingungen, die man sich als Europäer kaum vorstellen kann. 

3. Als allein reisender Mann: Scheuklappen auf

Prostitution ist auf den Philippinen verboten und Verstöße werden streng geahndet. Lassen Sie sich auf Angebote wie "Massage, Sir?" oder "You want to relax?" nicht ein. Als allein reisender Mann können Ausflüge durch die Stadt, vor allem nachts, zu einem regelrechten Spießrutenlauf werden. Ein höfliches "Nein" wird dabei nicht selten als Aufforderung aufgefasst, die halbseidenen Angebote nur noch eindringlicher anzupreisen. Ein Tipp: Reagieren Sie gar nicht und legen Sie Scheuklappen an.

Die beeindruckende Skyline bei Nacht.
Die beeindruckende Skyline bei Nacht.(Foto: Benjamin Konietzny)

4. Science-Fiction ist jetzt

Würde der Science-Fiction-Klassiker "Blade Runner" noch einmal verfilmt, wäre das nächtliche Manila zweifelsohne die passende Kulisse. Superhighways schlängeln sich zwischen Hochhäusern hindurch, gigantische leuchtende Werbeplakate leuchten vom 40. Stock hinab, die Skyline ist futuristisch beleuchtet. Dazu ist Manila schmutzig genug, um in das Bild einer düsteren Dystopie zu passen. Wer in einer der unzähligen Skybars an einem kühlen Bier oder einem Cocktail nippt und auf den glitzernden Moloch schaut, fühlt sich ein paar Jahrzehnte im 21. Jahrhundert nach vorn versetzt. Ob man es nun schön findet oder nicht: Die Skyline des nächtlichen Manila ist extrem beeindruckend.

5. Essen ist gut hier 

Die philippinische Küche umgarnt Besucher nicht auf Anhieb so charmant, wie das etwa in Thailand oder Vietnam der Fall ist. Aber die Philippinen sind eben anders. In Manila jedoch bekommt man alles, was der Gaumen begehrt und das zum Teil zu unglaublich niedrigen Preisen. In Chinatown nördlich von Downtown Manila etwa kann für sehr kleines Geld exzellent chinesisch essen. In Makati gibt es eine lebendige koreanische Diaspora, die kocht und verkauft. Gute philippinische Kost gibt es auf den zahlreichen Märkten - dem Divisoria-Markt, dem Market Market in Fort Bonifacio oder Seafood auf dem Baclaran-Markt.

Quelle: n-tv.de

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