Reise
(Foto: dpa)
Montag, 16. Oktober 2017

Weniger als Inflationsrate: Bahn macht das Reisen etwas teurer

Bahnreisende müssen für Fahrscheine im kommenden Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Deutsche Bahn dreht zum anstehenden Fahrplanwechsel ein wenig an der Preisschraube - und verlangt im Schnitt 0,9 Prozent mehr.

Bahnfahren mit ICE und IC wird im nächsten Jahr teurer. Die Deutsche Bahn erhöht die regulären Ticketpreise zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember um 1,9 Prozent, wie der Staatskonzern mitteilte. In der ersten Klasse klettern die Tarife um durchschnittlich 2,9 Prozent. Die Preise für die Bahncards 50 und 25 bleiben dagegen ebenso stabil wie die für Platzreservierung (4,50 Euro) und die Sparpreise. Die Erhöhung entspricht damit in etwa der aus dem vergangenen Jahr.  Da Sparpreise sowie Bahncards 25 und 50 nicht teurer werden, spricht die Bahn von einer durchschnittlichen Preiserhöhung für die Kunden von 0,9 Prozent.

Zuvor waren die Preise mehrere Jahre unverändert geblieben, weil die Bahn die Konkurrenz durch Fernbusse zu spüren bekam. Der Verzicht auf Preiserhöhungen sowie zahlreiche Sonderangebote und Sparpreise haben inzwischen aber die Züge wieder gefüllt. Auch dieses Jahr wird mit einem Passagierrekord in ICE und IC gerechnet.

Video

Fernverkehrschefin Birgit Bohle sagte, es handele sich um eine "ausgesprochen moderate Preiserhöhung". Vor einem Jahr lag sie bei 1,3 Prozent. Die Jahresteuerungsrate in Deutschland beträgt derzeit 1,8 Prozent.

Neue Premium-Strecke

Je nach Strecke steigt der Flexpreis in der zweiten Klasse nach Bahn-Angaben um bis zu 3,5 Prozent, es kann aber auch weniger sein. Eine Ausnahme: Für die neue ICE-Strecke von München nach Berlin sind künftig 150 Euro Flexpreis zu zahlen, da sind 18 Euro oder 13,6 Prozent mehr als bisher. Die Fahrzeit verkürzt sich dafür von bisher sechs auf viereinhalb Stunden, mit dem "Sprinter" sind es nur noch knapp vier Stunden.

Damit will man nicht nur dem Autoverkehr Konkurrenz machen, sondern auch Flugreisende als Kunden gewinnen. Die Bahn rechnet mit einer Verdopplung ihrer jährlichen Passagierzahl auf 3,6 Millionen auf dieser Strecke. 35 Züge sollen täglich dort unterwegs sein. Die neue Trasse Berlin-München macht es zudem möglich, dass auch andere Städte entlang der Strecke besser und schneller erreichbar sind.

Insgesamt 17 Millionen Kunden würden davon profitieren, sagt die Bahn. Zwischen Berlin und Frankfurt sollen ein Drittel mehr Züge fahren. Dabei kommt auch der neue ICE-4 auf die Schiene. Er wird zunächst zwischen Hamburg und München sowie Hamburg und Stuttgart eingesetzt. Angesichts der zahlreiche neue Verbindungen spricht der Konzern von der größten Angebotsverbesserung in der Geschichte des Unternehmens.

Fortsetzen will die Bahn ihr Konzept, die Fahrpreise je nach Reisetag unterschiedlich zu gestalten. So können auf bestimmten Verbindungen Tickets etwa am Freitag oder Sonntag teurer sein als unter der Woche.

Regionaltickets um 2,3 Prozent teurer

Sonst liegt die Spanne der Preisanhebung nach Bahnangaben je nach Strecke zwischen 0 und 3,5 Prozent. Als Entschädigung für die lange Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt werden die am stärksten genutzten Strecken über den Abschnitt Karlsruhe - Basel nicht teurer. Der reguläre Fahrpreis von Hamburg nach Berlin steigt um 2 auf 81 Euro, das ist ein Plus von 2,5 Prozent.

Bereits vor einem Monat hatten die deutschen Regionalbahnen ihre Preiserhöhungen bekannt gegeben. Das Preisniveau im Regionalverkehr erhöht sich demnach um 2,3 Prozent. Einzeltickets für den Nahverkehr werden im Durchschnitt 2,4 Prozent teurer.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen