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Gesprengte Buddhas in Afghanistan: Besichtigung noch 2011 möglich

Vor zehn Jahren hatten die Taliban die weltberühmten Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan gesprengt - jetzt soll das Gelände um die zerstörten Statuen ein Museum werden. Der Besucherrundgang soll noch in diesem Jahr möglich sein.

Die ehemals weltweit größte Buddha-Statue mit einer Höhe von 53 Metern in Bamiyan in Afghanistan.
Die ehemals weltweit größte Buddha-Statue mit einer Höhe von 53 Metern in Bamiyan in Afghanistan.(Foto: dapd)

Das Gelände um die 2001 von den Taliban zerstörten weltberühmten Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal in Afghanistan soll noch in diesem Jahr in Form eines Museums erschlossen werden. "Ziel ist es, dass der Besucherrundgang in diesem Jahr eröffnet wird", sagte Michael Petzet, Präsident von Icomos (International Council on Monuments and Sites), dem Internationalen Rat für Denkmalpflege, in einem Interview.

Die Sicherungsarbeiten seien vorläufig abgeschlossen. Nun müsse das Gerüst vor der kleineren der beiden Nischen, in denen die Buddhas standen - sie ist immerhin auch 40 Meter hoch -, abgebaut werden. Dann sei diese wieder begehbar. Zudem könnten Besucher die Schutzbauten besichtigen, in denen die verbliebenen Teile der Buddha-Figuren gelagert würden, etwa 2000 Kubikmeter Schutt. Petzet hofft, dass die Statuen unter Verwendung der vorhandenen Fragmente rekonstruiert werden können. Die Kosten liegen allerdings bei mehreren Millionen Euro.

Michael Petzet, Präsident von Icomos, in München.
Michael Petzet, Präsident von Icomos, in München.(Foto: dapd)

Petzet leitete die Expertengruppe, die die Bergungsarbeiten der Trümmer seit 2004 in Afghanistan durchführt. Icomos ist eine Unterorganisation der Unesco. Sie setzt sich für den Schutz und die Pflege von Denkmälern und die Bewahrung des historischen Kulturerbes ein und berät die Unesco in denkmalpflegerischen Fragen des Weltkulturerbes.

Vor zehn Jahren hatten die radikalislamischen Taliban die Statuen gesprengt, weil sie das Kulturerbe des Buddhismus auslöschen wollten.

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Quelle: n-tv.de