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Richard Branson investiert bei "Boom".
Richard Branson investiert bei "Boom".(Foto: "Boom")

Schneller als die Concorde: "Boom" will die Überschallreise wiederbeleben

Milliardär Richard Branson ist dafür bekannt, dass er hoch hinaus will – nicht nur mit seiner eigenen Flugline Virgin Atlantic Airways. Jetzt investiert Branson wieder: In die Entwicklung eines Flugzeugs, das schneller sein soll, als es die Concorde jemals war.

Höher, schneller, weiter - das sind Attribute, die Richard Branson liebt und deshalb steckt er gerne sein Geld in neue Erfindungen, die die Menschen in den Rausch der Geschwindigkeit bringen sollen. Jetzt investiert er mit Virgin beim Hersteller "Boom" - ein Unternehmen, das Überschallflugzeuge entwickeln will. Die Vision: Flüge, so schnell wie mit der Concorde, doch zu einem Viertel des Preises. Der Mischkonzern Virgin mit Branson an der Spitze hat bereits angekündigt, zehn der überschallschnellen Flugzeuge kaufen zu wollen. Eine entsprechende Option im Umfang von zwei Milliarden Dollar sei unterzeichnet worden, bestätigte Branson gegenüber dem britischen "Guardian". Auch eine nicht namentlich genannte europäische Fluggesellschaft hat Optionen im Umfang von 15 Flugzeugen unterzeichnet, berichtet CNN.

Das Flugzeug selbst soll mit einer Geschwindigkeit von Mach 2,2 (rund 2700 km/h) reisen und Flughöhen von 60.000 Fuß (rund 18.000 Meter) erreichen. Den Passagieren auf den geplanten 40 Sitzen böte dies eine spektakuläre Aussicht: Auf dieser Höhe lässt sich die Krümmung der Erde bereits erkennen. Die angepeilte Reisegeschwindigkeit ist in etwa das 2,6-Fache gegenwärtiger Flugzeuge und würde es den Passagieren ermöglichen, in dreieinhalb Stunden von London nach New York oder in sechs Stunden von Los Angeles nach Sydney zu fliegen. Die Preise für einen Transatlantikflug sollen laut "Boom" bei etwa 5000 Dollar (rund 4500 Euro) hin und zurück liegen - in etwa die Preiskategorie eines Business-Class-Fluges auf der gleichen Strecke.

"Es gibt einen gigantischen Markt"

Damit wären die Ticketpreise deutlich günstiger als die der Concorde. Für den 2003 ausgemusterten Überschallvogel mussten Passagiere rund 20.000 Dollar für Hin- und Rückflug über den Atlantik berappen. Auch der Komfort an Bord der "Boom" wäre möglicherweise höher: Die Passagiere, so plant das Unternehmen, sollen in zwei Sitzreihen untergebracht werden - ohne Sitznachbarn. Man hätte also einen Fenster- und einen Gangplatz gleichzeitig. Lästige Zankereien um die Armlehnen entfielen ebenso. Durch die nur 40 Sitzplätze soll eine Schwierigkeit vermieden werden, die Concorde-Betreiber stets plagte: das Flugzeug nicht füllen zu können.

Ob das Überschall-Flugzeug jedoch Realität wird, ist unsicher. Bisher arbeitet Boom-Chef mit seinem Team an einem 1:3-Modell. Einen konkreten Zeitplan, wann das erste Modell den Boden verlassen könnte, gibt es gar nicht erst. Dennoch ist er sich seines Geschäftsmodells sicher: "Es gibt einen gigantischen Markt. Mehr als 20 Millionen Menschen fliegen jedes Jahr in der Business Class. Wir können Sie zum gleichen Preis doppelt so schnell befördern", sagte er dem "Guardian".

Es ist nicht das erste Mal, dass der schwerreiche Branson große Summen in die Hand nimmt: Er will auch den privaten Passagier-Flug ins Weltall vorantreiben. Und das möchte er mithilfe des Raumschiff "SpaceShipTwo" erreichen. Allerdings ist das Vorgängerraumschiff bei einem Testflug abgestürzt. Der Pilot kam dabei ums Leben. Die Visionen von Richard Branson sind groß, der Wille viel Geld in neue Technologien zu investieren, ist es ebenso. 

Quelle: n-tv.de

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