Freitag, 10. April 2009
Von Brauhaus zu Brauhaus: Dem Kölsch auf der Spur
In Köln gehen zwischen Dom und Rhein, Hohe Straße und Heumarkt wissensdurstige Besucher auf Kölschtour. Entlang der zwei Kilometer langen Route durch die Altstadt erfahren sie, wie Kölsch gebraut wird, warum man es aus schlanken, hohen Gläsern trinkt oder woher das Wort Köbes kommt. Das sind nur einige Fragen, die Stadtführer André Fischer und seine Kollegen von Kölntourismus auf dem Fußweg durch die verwinkelten Gassen rund um die romanische Kirche Groß St. Martin beantworten.
"Kölsch ist ein obergärig gebrautes Bier", erklärt Fischer. "Obergärig, weil die Hefe beim Brauen oben schwimmt." Mehrere Brauhäuser steuern die Besucher während des gut zweistündigen Rundgangs an. Durch einige Kostproben werden auch die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der 23 Kölschsorten vermittelt. Eine herbe Note zeichnet beispielsweise Päffgen-Kölsch aus, während Mühlen-Kölsch aus der Brauerei Zur Malzmühle malzig-süß mundet.
"Ein Kölsch ist stets klar und blank im Glas, schlank im Geschmack, hat keine Kohlensäure und will schnell getrunken werden", sagt André Fischer. Schlank sind auch die Gläser: Weil Kölsch ohne Kohlensäure auskomme, werde es in den typischen schmalen Gläsern serviert. Auf diese Weise bleibe die Frische erhalten, berichtet Fischer den Besuchern, die von Nah und Fern zur Kölschtour in die Domstadt anreisen. Fast 500 dieser Führungen gab es im vergangenen Jahr - auch in Englisch, Niederländisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch, Chinesisch und natürlich auch in Kölscher Mundart.
Kellner heißen Köbes
In den Brauhäusern lernen die Besucher den oft rauen Ton der Kellner kennen, die hier nach dem Vornamen Jakobus überall Köbes genannt werden. Im Mittelalter waren es Pilger auf dem Jakobsweg, die in Köln für eine Weile Station machten, tagsüber als Helfer in den Brauereien arbeiteten und abends in den Brauhäusern frisches Kölsch servierten. Heute sind viele der Brauhaus-Köbesse selbstständige Unternehmer. "Der Köbes erwirbt das Kölsch von der Brauerei oder dem Brauhausbesitzer, um es danach an die durstigen Gäste weiterzuverkaufen", erklärt André Fischer.
Nur in Köln und in Brühl, Leverkusen, Monheim, Bedburg und Wiehl darf die regionale Bierspezialität auf Grund der Kölsch-Konvention des Jahres 1986 gebraut werden. Doch getrunken wird es längst nicht mehr nur dort: Auch in München, Berlin, New York, Peking und Shanghai läuft der bekömmliche Durstlöscher frisch vom Fass. Und sogar in der Altbierhochburg Düsseldorf wird Kölsch ausgeschenkt - wie die Kölner mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Dort im Medienhafen, wo sich etliche Restaurants und Kneipen konzentrieren, genießen die Schönen und Schicken den schlanken Schluck aus Köln.
Informationen
Kölntourismus, Kardinal-Höffner-Platz 1, 50667 Köln (Tel.: 0221/223 04 00, Internet: www.koelntourismus.de).
Internet: www.koelner-brauhaus-wanderweg.de; www.koelner-brauerei-verband.de; www.koeln-erlebnistouren.de; www.stadtfuehrer-in-koeln.de; www.koelnevents.de
Bernd F. Meier, dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Reise
-
Rügens kleine Schwester
In Ummanz wohnt die Ruhe
-
TUI rät Griechenland-Urlaubern
Lieber mehr Bargeld einstecken
-
Nordische Nächte sind lang
Mittsommerzeit in Oslo
-
Viele Ägypter sehen Touristen kritisch
Nackte Haut provoziert
-
Wiederentdeckte Unikate
Fotos aus Polaroid Collection
-
Kalligrafie, Kampfkunst und Fengshui
China boomt in Frankfurt
-
Schöne Dörfer, wilde Wälder
Auf Pilgerpfaden durchs Burgund
-
Sein Leben vor dem Film
Fassbinder als Theatermann
-
Touristenattraktion zum Thronjubiläum
"Mounties" vor Buckingham
-
Nicht mit Schwänen und Enten baden
Saubere Badestellen erkennen
-
Taufe der MSC "Divina"
Sophia Loren wirft Champagner
-
Wasserqualität an Urlaubsstränden
Badestellen in Europa "exzellent"